Idio­pa­thi­sche epire­ti­na­le Gliose mit fovea­ler Herniation

Schlechte präoperative Funktion führt zu besseren postoperativen Gewinnen

11. Juli 2022

TÜBINGEN (Bier­mann) – Eine idio­pa­thi­sche epire­ti­na­le Membran (iERM) kann durch tangen­tia­le Trak­ti­on zu einer fovea­len Hernia­ti­on (FH) einzel­ner oder der gesam­ten Netz­haut­schich­ten mit daraus resul­tie­ren­den struk­tu­rel­len und funk­tio­nel­len Beein­träch­ti­gun­gen führen. Den Autoren einer aktu­el­len Arbeit zufol­ge kommt es nach einer chir­ur­gi­schen Inter­ven­ti­on im Allge­mei­nen zur Verbes­se­rung der best­kor­ri­gier­ten Sehschär­fe (BCVA), insbe­son­de­re bei schlech­ten Ausgangs­be­fun­den, wohin­ge­gen die fovea­le Morpho­lo­gie oftmals nicht wieder voll­stän­dig wieder­her­ge­stellt wird.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten retro­spek­tiv medi­zi­ni­sche Unter­la­gen zu 3882 Pati­en­ten, die sich im Zeit­raum März 2008 bis Dezem­ber 2020 mit einer iERM vorstell­ten. Nach Analy­se der Befun­de schloss die Arbeits­grup­pe 51 Patienten/Augen mit iERM und FH (1,3%) in ihre Studie ein und teilte die Kohor­te in 2 Grup­pen auf. Die Gangli­en­zell­kom­plex (GCC)-Gruppe bilde­ten 16 Pati­en­ten, bei denen die Nervenfaser‑, Gangli­en­zell- sowie innere plexi­for­me Schicht herniert waren. Die Sub-GCC-Gruppe umfass­te 35 Fälle, die eine Hernia­ti­on des GCC und der äuße­ren Netz­haut­schich­ten zeig­ten und signi­fi­kant häufi­ger fibril­lä­re Ober­flä­chen­ver­än­de­run­gen (Hinweis auf Chro­ni­zi­tät) aufwie­sen als die GCC-Gruppe (91,4 vs. 62,5; p=0,020).

Bei 43 der 51 Augen (84,3%) erfolg­te eine Vitrek­to­mie mit ERM-Peeling, von denen letzt­lich nur die Befun­de von 31 Augen (72%; [GCC-Gruppe n=11; Sub-GCC-Gruppe n=20]) mit einer media­nen Nach­be­ob­ach­tungs­zeit von 17 Mona­ten ausge­wer­tet wurden.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass sich die mitt­le­re präope­ra­ti­ve BCVA bzw. die zentra­le Dicke der Fovea (CFT) in der GCC-Gruppe von 0,53±0,19 logMAR bzw. 660,56±89,26 µm um 0,28±0,13 logMAR bzw. 264,81±101,93 µm und in der Sub-GCC-Gruppe von 0,56±0,22 logMAR bzw. 684,71±101,18 µm um 0,32±0,19 logMAR bzw. 280,30±124,17 µm verbes­ser­ten (beide p>0,05). Zudem stell­ten die Reti­no­lo­gen fest, dass sich die präope­ra­ti­ve BCVA als ein prädik­ti­ver Faktor für die post­ope­ra­ti­ve BCVA erwies (R2 0,369; ‑Koef­fi­zi­ent 0,484; p=0,001).

(tt)

Autoren: Uzel MM et al.
Korrespondenz: Jonas Neubauer; studyjn@outlook.com
Studie: Clinical and morphological characteristics of patients with idiopathic epiretinal membrane with foveal herniation
Quelle: Eye (Lond) 2022; Jun 13 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1038/s41433-022-02094-3

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