Idio­pa­thi­sche chro­ni­sche versus Arthri­tis-asso­zi­ier­te Uvei­tis bei Kindern

Studie zeigt signifikante Veränderungen beider Gruppen auf

24. Mai 2022

UTRECHT (Bier­mann) – Wie eine neue Studie gezeigt hat, treten bei Kindern mit idio­pa­thi­scher chro­ni­scher ante­rio­rer Uvei­tis (iCAU) häufi­ger visus­be­dro­hen­de okulä­re Kompli­ka­tio­nen auf als bei Kindern mit juve­ni­ler idio­pa­thi­scher Arthri­tis-asso­zi­ier­ter Uvei­tis (JIA‑U). Laut den Autoren der Arbeit entwi­ckeln Kinder schwe­re­re Befun­de, wenn die iCAU bereits im Alter von ≤8 Jahren diagnos­ti­ziert wird. Unge­ach­tet dessen erweist sich die lang­fris­ti­ge visu­el­le Progno­se unter der Voraus­set­zung einer adäqua­ten Thera­pie als gut.

In ihre retro­spek­ti­ve Kohor­ten­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 48 Pati­en­ten (83 Augen) mit iCAU sowie 48 Fälle (73 Augen) mit JIA‑U ein. Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te die Befun­de beider Grup­pen – ange­passt nach Alter und Zeit­punkt der Erst­dia­gno­se – im Hinblick auf okulä­re Kompli­ka­tio­nen, Sehschär­fe sowie syste­mi­scher Behand­lung, und evalu­ier­te die Ergeb­nis­se mithil­fe von Überlebensanalysen.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass zum Zeit­punkt der Erst­dia­gno­se nur die JIA-U-Gruppe (25% vs. 0%) anti­in­flamma­to­risch versorgt wurde (p<0,001). Auch nach 5 Jahren appli­zier­ten weni­ger iCAU- vergli­chen mit den JIA-U-Kindern Metho­trex­at (76 vs. 97%; p=0,037), während sich die Verwen­dung ande­rer antient­zünd­li­cher Substan­zen nicht signi­fi­kant unterschied.

Des Weite­ren stell­ten die Uvei­tis-Spezia­lis­ten fest, dass die iCAU mit einer höhe­ren Präva­lenz für poste­rio­re Synechi­en (adjus­tier­te HR [aHR] 3,63; p<0,001) sowie für eine Kata­rakt­ex­trak­ti­on (aHR 2,90; p=0,006) asso­zi­iert war. Zudem fiel die Sehschär­fe zu Studi­en­be­ginn in der iCAU-Gruppe schlech­ter aus als in der JIA-U-Gruppe (20/25 vs. 20/20 Snel­len-Frak­ti­on, p<0,001), welche sich jedoch nach 5 Jahren ebenso in der iCAU-Gruppe auf 20/20 verbes­ser­te (p=0,052).

Darüber hinaus konsta­tier­ten die Ophthal­mo­lo­gen, dass jünge­re Kinder (Alter bei Erst­dia­gno­se ≤8 Jahre) bei der 5‑Jah­res-Kontrol­le im Vergleich zu älte­ren Kindern mit iCAU eine höhere Präva­lenz für hinte­re Synechi­en (aHR 2,56; p=0,007), Sekun­där­glau­kom (aHR 16,0; p=0,020) sowie Kata­rakt­ex­trak­ti­on (aHR 4,79; p=0,004) aufwiesen.

(tt)

Autoren: Kouwenberg CV et al.
Korrespondenz: Carlyn V Kouwenberg; c.v.kouwenberg-3@umcutrecht.nl
Studie: Clinical course and outcome in pediatric idiopathic chronic anterior uveitis
Quelle: Am J Ophthalmol 2022; May 2:S0002-9394(22)00164-7.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ajo.2022.04.015

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