ICL-Implan­ta­ti­on

Effektive Refraktionskorrektur mit im Langzeitverlauf leicht erhöhtem Katarakt-Risiko

6. Juli 2022

FORT BRAGG (Bier­mann) – In einer retro­spek­ti­ven Beob­ach­tungs­stu­die mit einer Nach­be­ob­ach­tungs­zeit von 11 Jahren wurde die Lang­zeit­wir­kung nach Implan­ta­ti­on einer myopen ICL (engl.: implan­ta­ble coll­a­mer lens) bei akti­vem Perso­nal des US-Mili­tärs unter­sucht. In die Studie konn­ten 1485 Pati­en­ten (mitt­le­res Alter 25 Jahre, Range 22–29 Jahre) einge­schlos­sen werden. Bei den Pati­en­ten wurde präope­ra­tiv der unkor­ri­gier­te Fern­vi­sus (engl.: uncor­rec­ted distance visual acuity, UDVA), der intrao­ku­la­re Druck (IOD), die mani­fes­te Refrak­ti­on, der korri­gier­te Fern­vi­sus (engl.: correc­ted distance visual acuity, CDVA), Horn­haut­to­po­gra­phie und ‑tomo­gra­phie, eine Einschät­zung des Risi­kos für eine Horn­hau­tek­ta­sie, Biome­trie und Endo­thel­zell­mes­sung (engl.: endo­the­li­al cell counts, ECC) dokumentiert.

Die Verlaufs­kon­trol­len beinhal­te­ten UDVA, IOD, Krüm­mungs­ra­di­us, mani­fes­te Refrak­ti­on, CDVA und ECC. Die Daten wurden aus dem System des US-Mili­tärs entnommen.
Insge­samt konn­ten die Daten von 3105 Augen evalu­iert werden. Die Pati­en­ten erhiel­ten eine ICL entwe­der aufgrund einer abnor­men Topo­gra­phie (2111 Augen, 68%) oder aufgrund von hoher Myopie (994 Augen, 32%). Bis zu acht Jahre post­ope­ra­tiv wiesen 80% der Augen einen UDVA von 20/25 oder besser auf.
Die Anzahl der Pati­en­ten, bei denen die gewünsch­te Refrak­ti­on erreicht wurde, lag bei 97% nach einem und bei 90% nach acht Jahren. Die Stabi­li­tät der Ergeb­nis­se zeigte sich auch in einer nur mini­ma­len Verän­de­rung der mani­fes­ten Refraktion.

Der durch­schnitt­li­che Endo­thel­zell­ver­lust lag bei 22% nach fünf Jahren. Uner­wünsch­te Wirkun­gen wie die Entwick­lung einer signi­fi­kan­ten Kata­rakt, eines Glau­koms, einer Netz­haut­ab­lö­sung oder einer trau­ma­ti­schen Wund­de­his­zenz wurden in 1,2% der Fälle beob­ach­tet. Eine Entfer­nung oder ein Ersatz der ICL war in 4,5% der Fälle notwendig.

Die ICL-Implan­ta­ti­on sei basie­rend auf den Ergeb­nis­sen der Auswer­tung als effek­tiv und sicher anzu­se­hen, so die Autoren. Ein leicht erhöh­tes Kata­rakt-Risiko sei nach sieben Jahren anzu­neh­men. Es seien weite­re Studi­en notwen­dig, um die lang­fris­ti­ge klini­sche Signi­fi­kanz des Endo­thel­zell­ver­lusts beur­tei­len zu können. (ak)

Autoren: Packer KT et al.
Korrespondenz: Kyle.t.packer.mil@mail.mil
Studie: U.S. military implantable collamer lens surgical outcomes: 11-year retrospective review
Quelle: J Cataract Refract Surg. 2022 Jun 1;48(6):649-656.
Web: https://doi.org/10.1097/j.jcrs.0000000000000818

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.