Hypo­phy­sena­de­nom mit chias­ma­ler Kompression

Ganglienzellkomplex als Biomarker für frühe Veränderungen der Sehbahn

14. September 2021

UTTAR PRADESH (Bier­mann) – Ein Dünner­wer­den des Gangli­en­zell­kom­ple­xes (GCC) bei einem Hypo­phy­sena­de­nom, welches das Chias­ma opti­cum kompri­miert, könnte als empfind­li­cher Prädik­tor verwen­det werden, um frühe Verän­de­run­gen des vorde­ren Trac­tus opti­cus zu erken­nen. Das geht aus einer Studie einer indi­schen Arbeits­grup­pe hervor.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 24 Pati­en­ten mit Hypo­phy­sena­de­nom und Kompres­si­on des Chias­ma­tas mit Sehstö­run­gen und Gesichts­feld (VF)-Einschränkungen, bei denen ein neuro­chir­ur­gi­scher Eingriff geplant war, in die prospek­ti­ve Vergleichs­stu­die auf. Die Kontroll­grup­pe bilde­ten alters- und geschlechts­an­ge­pass­te Proban­den ohne okulä­re oder syste­mi­sche Erkrankungen.

Das Ziel der Studie bestand darin, Verän­de­run­gen des GCC und seine Bezie­hung zur Dicke der reti­na­len Nerven­fa­ser­schicht (RNFL) sowie seine Korre­la­ti­on zum VF zu bestimmen.

Die Arbeits­grup­pe führte präope­ra­tiv und 1 Jahr post­ope­ra­tiv eine ausführ­li­che neurooph­thal­mo­lo­gi­sche Unter­su­chung einschließ­lich einer Peri­me­trie durch. Zusätz­lich bestimm­te sie mithil­fe der Spec­tral-Domain-OCT die Dicke der RNFL sowie des GCC, welcher die Gangli­en­zell­schicht (GCL) und die innere plexi­for­me Schicht (IPL) darstellte.

Die Gruppe verglich zusätz­lich den GCC sowie die Para­me­ter der RNFL mit der Kontroll­grup­pe und korre­lier­te sie mit der mitt­le­ren Abwei­chung (MD) im VF.

Des Weite­ren teste­te sie die diagnos­ti­sche Aussa­ge­kraft des GCC und der RNFL mittels der Grenz­wert­op­ti­mie­rungs­kur­ve (ROC).

Die Forscher ermit­tel­ten in der Pati­en­ten­grup­pe eine signi­fi­kan­te Verdün­nung des GCC (p=0,002) und der RNFL (p=0,039). Sie stell­ten des Weite­ren fest, dass sowohl der GCC (r=0,780; p<0,001) als auch die RNFL (r=0,669; p<0,001) signi­fi­kant mit der MD im VF korrelierten.

Die ROC-Werte des GCC betru­gen 0,859 (95%-KI 0,744–0,973) und die der RNFL 0,731 (95%-KI 0,585–0,877). Die Autoren sind der Meinung, dass die diagnos­ti­sche Aussa­ge­kraft des GCC stär­ker als die der RNFL sei, obwohl sie statis­tisch nicht signi­fi­kant war (p=0,122).

(tt)

Autoren: Agarwal R et al.
Korrespondenz: Kumudini Sharma; kumud@sgpgi.ac.in
Studie: Segmented retinal analysis in pituitary adenoma with chiasmal compression: A prospective comparative study
Quelle: Indian J Ophthalmol 2021; Sep;69(9):2378-2384.
Web: dx.doi.org/10.4103/ijo.IJO_2086_20

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