Horn­haut und Augenoberfläche

Sexual- und Wachstumshormone beeinflussen Homöostase

1. August 2022

FORT WORTH (Bier­mann) – In einer aktu­el­len Über­sichts­ar­beit haben deren Autoren Studi­en vorge­stellt, in denen die Auswir­kun­gen von Andro­ge­nen, Östro­ge­nen und Wachs­tums­hor­mo­nen ([GH]; zusam­men mit dem Insulinwachstumsfaktor‑1 [IGF‑1]) auf die Homöosta­se der Augen­ober­flä­che sowie die Wund­hei­lung und die Stroma­di­cke der Horn­haut unter­sucht wurden.

Defi­zi­te an Andro­ge­nen und Östro­ge­nen können mit zuneh­men­dem Alter die Horn­haut­struk­tur, deren Erhalt und Rege­ne­ra­ti­on nega­tiv beein­flus­sen. Studi­en an Tier­mo­del­len zeig­ten, dass eine Andro­gen-Ersatz­the­ra­pie bei einer Hormon­in­suf­fi­zi­enz die Tränen­pro­duk­ti­on bzw. die Quali­tät des Tränen­films (insbe­son­de­re die Lipidschicht) wiederherstellte.

Im Hinblick auf die Wund­hei­lung der Horn­haut wurde beob­ach­tet, dass Sexu­al­hor­mo­ne die Entzün­dungs­re­ak­ti­on, die Epithel­pro­li­fe­ra­ti­on und die Abla­ge­rung von extra­zel­lu­lä­rer Matrix (ECM) posi­tiv beein­flus­sen. Kultu­ren mit Horn­hau­t­epi­thel­zel­len erga­ben, dass exoge­nes 17ß-Östra­di­ol die Spie­gel des epider­ma­len Wachs­tums­fak­tors (EGF) erhöht und die Migra­ti­on und Proli­fe­ra­ti­on von kornea­len Epithel­zel­len fördert.

In Bezug auf die Horn­haut­di­cke wurde in eini­gen Studi­en ermit­telt, dass insbe­son­de­re bei Verän­de­run­gen des Östro­gen­spie­gels während der Mens­trua­ti­on und Schwan­ger­schaft Schwan­kun­gen der kornea­len Stroma­di­cke auftra­ten, sodass das Ergeb­nis einer refrak­ti­ven Chir­ur­gie dadurch beein­flusst werden könnte. Mehre­re Fall­stu­di­en berich­te­ten zudem über Post-LASIK-Horn­hau­tek­ta­si­en nach einer Schwan­ger­schaft, andere über den Einfluss einer Schwan­ger­schaft auf den Beginn bzw. die Progres­si­on eines Keratokonus.

Weite­re Studi­en befass­ten sich mit der GH/IGF-1-Achse, die u.a. die epithe­lia­le Proli­fe­ra­ti­on und Migra­ti­on sowie die Fibro­blas­ten­se­kre­ti­on und die Zunah­me an Abla­ge­run­gen der ECM nach kornea­len Verlet­zun­gen beein­fluss­te. Studi­en hoben die prore­ge­ne­ra­ti­ve Wirkung bei exoge­ner GH-Supple­men­ta­ti­on in Bezug auf Haut­ver­bren­nun­gen hervor, während die Autoren jedoch beto­nen, dass zunächst prospek­ti­ve Studi­en am Menschen erfor­der­lich sind, um zu sehen, ob die Ergeb­nis­se auf die Horn­haut, aufgrund der Pflicht des Trans­pa­renz­er­hal­tes, über­trag­bar sind.

(tt)

Autoren: McKay TB et al.
Korrespondenz: Dimitrios Karamichos; dimitrios.karamichos@mgh.harvard.edu
Studie: Sex Hormones, Growth Hormone, and the Cornea
Quelle: Cells 2022; Jan 11;11(2):224.
Web: dx.doi.org/10.3390/cells110202240

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