Horn­haut-Ulcera

Amnion-Membran sorgt für schnellere Heilung bei bakteriellen, herpetischen und neurotrophen Ulcera

20. März 2020

BERN (Bier­mann) — Schwei­zer Forscher gingen in einer retro­spek­ti­ven Analy­se der Frage nach, inwie­fern eine Amnion-Membran-Trans­plan­ta­ti­on (AMTX) bei der Behand­lung cornea­ler Ulcera hilf­reich ist. Analy­siert wurden die Daten von 149 Pati­en­ten (durch­schnitt­li­ches Alter 68 +/- 18 Jahren), welche zwischen 2012 und 2017 behan­delt wurden.

Durch­schnitt­lich wurde die AMTX nach 42 (+/- 46) Tagen nach Diagno­se eines cornea­len Ulcus durch­ge­führt. Der längs­te Zeit­raum wurde bei bakte­ri­el­len Ulcera (65 +/- 15 Tage) gefun­den, die kürzes­te Zeit nach Trauma oder Verät­zun­gen (14 +/- 4 Tage). Bei 70% der Pati­en­ten war eine einma­li­ge AMTX ausrei­chend, um einen Epithel­schluss zu errei­chen (21% <1 Monat, 40% inner­halb von 1 ‑3 Mona­ten und 9% inner­halb von 3–6 Monaten).

Bei 30% der Pati­en­ten schlug die erste AMTX-Behand­lung fehl und es wurden in den meis­ten Fällen weite­re Behand­lun­gen notwen­dig. Die höchs­ten Epithel­schluss­ra­ten fanden sich bei bakte­ri­el­len Ulcera (80%), herpe­ti­schen Ulcera (85%) und neuro­tro­phen Ulcera (93%). Die gerings­te Reepi­the­lia­li­sie­rungs­ra­te fand sich bei Ulcera nach Horn­haut­chir­ur­gie (52%) und bei rheu­ma­tisch beding­ten Ulcera (57%).
Die AMTX ist somit eine wirk­sa­me Behand­lungs­op­ti­on, um bei thera­pie­re­frak­tä­ren Ober­flä­chen­schä­den der Horn­haut eine Heilung des Epithels herbei­zu­füh­ren. Die Erfolgs­ra­te ist jedoch abhän­gig von der Ursa­che des Ulcus. (ak)

Autoren: Schuerch K. et al.
Korrespondenz:  kasparschuerch@insel.ch
Studie: Efficacy of Amniotic Membrane Transplantation for the Treatment of Corneal Ulcers
Quelle: Cornea. 2020 Apr;39(4):479-483
Web: https://doi.org/10.1097/ICO.0000000000002179

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