Hohe Refrak­ti­ons­feh­ler bei Kindern

Diabetes während der Schwangerschaft stellt Risikofaktor dar

30. August 2021

NANJING (Bier­mann) ­– Eine aktu­el­le Studie aus China hat gezeigt, dass ein mütter­li­cher Diabe­tes melli­tus (DM) während der Schwan­ger­schaft, im Beson­de­ren bei diabe­ti­schen Kompli­ka­tio­nen, mit einem verstärk­ten Risiko für hohe Refrak­ti­ons­feh­ler beim Nach­wuchs asso­zi­iert ist.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 2.470.580 Perso­nen, die zwischen 1977 und 2016 gebo­ren wurden, in die landes­wei­te regis­ter­ge­stütz­te Kohor­ten­stu­die auf. Die Arbeits­grup­pe analy­sier­te als Risi­ko­fak­tor einen mütter­li­chen DM während oder vor der Schwan­ger­schaft (Typ-1‑, Typ-2- sowie Gesta­ti­ons-DM). Sie unter­such­te, unter Berück­sich­ti­gung vieler poten­zi­el­ler Stör­fak­to­ren, mithil­fe der Cox-Regres­si­ons­ana­ly­se den Zusam­men­hang zwischen DM der Mutter und dem Risiko eines hohen Refrak­ti­ons­feh­lers (RE) bei den Kindern von der Geburt bis zum Alter von 25 Jahren.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass es während der Nach­be­ob­ach­tungs­zeit von ≤25 Jahren bei 553 Nach­kom­men von Müttern mit DM und bei 19.695 Nach­kom­men von Müttern ohne DM zu hohen RE gekom­men war. Sie stell­ten fest, dass der mütter­li­che DM mit einem 39-fach stär­ke­ren Risiko für hohe RE bei den Kindern in Zusam­men­hang stand (HR 1,39; 95%-KI 1,28–1,51; p<0,001).

Die stan­dar­di­sier­te kumu­la­ti­ve Inzi­denz bei nicht expo­nier­ten Nach­kom­men im Alter von 25 Jahren betrug 1,18% (95%-KI 1,16–1,19). Die kumu­la­ti­ve Diffe­renz der Inzi­denz lag bei 0,72% (95%-KI 0,51–0,94).

Darüber hinaus stell­te die Exper­ten fest, dass bei den expo­nier­ten Kindern ein verstärk­tes Risiko für Hyper­opie (HR 1,37; 95%-KI 1,24–1,51; p<0,001), für Myopie (HR 1,34; 95%-KI 1,08–1,66; p=0,007) sowie für Astig­ma­tis­mus (HR 1,58; 95%-KI 1,29–1,92; p<0,001) bestand.

Des Weite­ren lag ein noch stär­ker ausge­präg­tes Risiko bei Kindern von Müttern mit diabe­ti­schen Kompli­ka­tio­nen (HR 2,05; 95%-KI 1,60–2,64; p<0,001) gegen­über denen von Müttern ohne diabe­ti­schen Kompli­ka­tio­nen (HR 1,18; 95%-KI 1,02–1,37; p=0,030) vor.

Die Autoren empfeh­len abschlie­ßend ein früh­zei­ti­ges ophthal­mo­lo­gi­sches Scree­ning bei Kindern von Müttern, bei denen vor oder während der Schwan­ger­schaft ein Diabe­tes diagnos­ti­ziert wurde.

(tt)

Autoren: Du J et al.
Korrespondenz: Zhibin Hu; zhibin_hu@njmu.edu.cn
Studie: Association of maternal diabetes during pregnancy with high refractive error in offspring: a nationwide population-based cohort study
Quelle: Diabetologia 2021; Aug 17 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1007/s00125-021-05526-z

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