HLA-B27 posi­ti­ve Uveitis

Häufig die Erstdiagnose einer Spondyloarthritis

26. April 2021

ANKARA (Bier­mann)  Die Spon­dy­loar­thri­tis (SpA) beinhal­tet entzünd­li­che Auto­im­mun-Erkran­kun­gen, die sich über­lap­pend in der Wirbel­säu­le, den Gelen­ken sowie extra-arti­ku­lär mani­fes­tie­ren können.Die akute ante­rio­re Uvei­tis (AAU) zählt zu der häufigs­ten extra-arti­ku­lä­ren Betei­li­gung der SpA.

Eine aktu­el­le Studie aus der Türkei hat nun gezeigt, dass bei Pati­en­ten mit radio­lo­gisch nach­weis­ba­ren Schä­den und langer Krank­heits­dau­er ein erhöh­tes Risiko für eine Uvei­tis – bei Männern ebenso wie bei Frauen – besteht.

Die Ophthal­mo­lo­gen nahmen 4297 türki­sche Pati­en­ten mit SpA in die landes­wei­te retro­spek­ti­ve Kohor­ten­stu­die auf. Das Ziel der Studie bestand darin, die Häufig­keit und die Fakto­ren, die mit einer AAU asso­zi­iert sein können, bei den verschie­de­nen Formen der SpA zu analysieren.

Die Forscher beur­teil­ten Web-basier­te Aufzeich­nun­gen zu Pati­en­ten aus der TRea­su­re- Daten­bank. Die Daten­bank erfasst Unter­la­gen zu Pati­en­ten mit rheu­ma­to­ider Arthri­tis (RA) und SpA aus verschie­de­nen Regio­nen der Türkei, die mit Biolo­gi­ka (Biolo­gi­cal-Dise­a­se-Modi­fy­ing-Anti­rheu­ma­ti­cal-Drugs; bDMARD) behan­delt wurden.

Die Exper­ten ermit­tel­ten bei 475 Pati­en­ten (11,0%) ≥1 Uvei­tis-Schub. Ein höhe­res Uvei­tis-Risiko bestand bei Pati­en­ten, die älter waren (p <0,001), bei denen eine Niko­tin-Anamne­se bekannt war (p=0,004), bei denen eine verzö­ger­te Diagno­se gestellt wurde (p=0,001), mit länge­rer Krank­heits­dau­er (p<0,001), mit Arthri­tis (p<0,001), mit posi­ti­vem HLA-B27-Wert (p<0,001), mit einer posi­ti­ven Fami­li­en­ana­mne­se für SpA (p<0,001) und mit radio­lo­gisch nach­weis­ba­ren Schä­den wie Sakroi­lii­tis, Syndes­mo­phy­ten, verknö­cher­ter Wirbel­säu­le (Bambus­wir­bel­säu­le) sowie Hüft­be­tei­li­gung (alle p<0,001).

Die Wissen­schaft­ler stell­ten hinge­gen bei Pati­en­ten mit Psoria­sis oder Psoria­sis-beding­ter Arthri­tis eine gerin­ge­re Präva­lenz für Uvei­tis fest (beide p<0,001).

Die Autoren beto­nen abschlie­ßend, dass die Uvei­tis als Wegwei­ser für die Diagno­se der SpA fungie­ren kann. Rheu­ma­to­lo­gen soll­ten zur weite­ren diagnos­ti­schen Abklä­rung der SpA konsul­tiert werden.

(tt)

Autoren: Bilge NŞY et al.
Korrespondenz: Umut Kalyoncu; umut.kalyoncu@yahoo.com
Studie: Uveitis related factors in patients with spondyloarthritis; TReasure real life results: Uveitis related factors in patients with spondyloarthritis.
Quelle: Am J Ophthalmol 2021; Apr 4;S0002-9394(21)00150-1.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ajo.2021.03.026

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