HLA-B27-asso­zi­ier­te Uveitis

Hinterer Augenabschnitt kann betroffen sein

18. August 2021

TAMIL NADU (Bier­mann) – Die HLA-B-27-beding­te Uvei­tis verur­sacht charak­te­ris­ti­sche Verän­de­run­gen am Auge in Form einer fibri­nö­sen Iritis oder Irido­zy­kli­tis bis hin zum Hypo­py­on. Sie kann dessen unge­ach­tet jedoch auch mit einem höhe­ren Prozent­satz als in voran­ge­gan­ge­nen Studi­en ange­nom­men neben dem vorde­ren auch den hinte­ren Augen­ab­schnitt betref­fen. Eine zeit­na­he aggres­si­ve Thera­pie bei mittel­schwe­rer bis schwe­rer Uvei­tis kann bei diesen Pati­en­ten schwe­re Visus­ver­lus­te verhin­dern. Das berich­ten die Autoren einer aktu­el­len Studie aus Indien.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten in einem retro­spek­ti­ven Review medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen für die Jahre 2012 bis 2017 aus einem Uvei­tis-Schwer­punkt­kran­ken­haus in Südin­di­en zu 255 Pati­en­ten (431 Augen) mit HLA-B-27-posi­ti­ver Uvei­tis, die dem Fach­be­reich Uvea der Stif­tung für Medi­zi­ni­sche- und Sehkraft-Forschung in Tamil Nadu (Indien) über­mit­telt wurden. Das Durch­schnitts­al­ter der Pati­en­ten betrug 35,6 ±13,3 Jahre und das Geschlech­ter­ver­hält­nis war nicht ausge­gli­chen (M/F=75,7%/24,3%).

Die Forscher ermit­tel­ten bei 412 Augen (95,3%) eine Uvei­tis ante­rior, bei 17 Augen (3,9%) eine kombi­nier­te Uvei­tis ante­rior und inter­me­dia sowie bei 3 Augen (0,7%) eine Uvei­tis inter­me­dia. Des Weite­ren wiesen 4 Pati­en­ten (0,9%) eine reti­na­le Vasku­li­tis auf.

Bei 85% des Gesamt­kol­lek­tivs traten im Verlauf des Studi­en­zeit­rau­mes Rezi­di­ve auf.

Darüber hinaus konn­ten die Exper­ten bei 176 (69%) der 255 Pati­en­ten Befun­de einer syste­mi­schen Erkran­kung nachweisen.

Die Arbeits­grup­pe fand zusätz­lich heraus, dass bei 39,6% der Pati­en­ten neben der topi­schen und oralen Corti­cos­te­ro­id-Thera­pie Immun­sup­pres­si­va und in 4% der Fälle Biolo­gi­ka (Biolo­gi­cal-Dise­a­se-Modi­fy­ing-Drugs; bDMARD) erfor­der­lich waren.

Die Mehr­heit der Augen (338 Augen;78,4%) zeigte zum Zeit­punkt der abschlie­ßen­den Nach­un­ter­su­chung eine gute Sehleis­tung, wohin­ge­gen bei 61 Augen (14,2%) eine mäßige und bei 32 Augen (7,4%) eine schwe­re Sehbe­ein­träch­ti­gung vorlag.

(tt)

Autoren: Lakra R et al.
Korrespondenz: Parthopratim Dutta Majumder; drparthopratim@gmail.com
Studie: Ocular manifestations of HLA B 27 associated uveitis: a study of 255 cases from a tertiary eye care centre from South India
Quelle: Int Ophthalmol 2021; Jul 27 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1007/s10792-021-01943-6

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