Hinte­re Kapsel­po­li­tur nach Phakoemulsifikation

Robotergesteuertes Verfahren unter OCT-Kontrolle zeigt optimale Ergebnisse

29. September 2021

LOS ANGELES (Bier­mann) – Nach einer Kata­rakt­ex­trak­ti­on kann sich später durch Migra­ti­on von verblie­be­nen Linsen­epi­thel­zel­len eine hinte­re Kapsel­fi­bro­se (PCO) ausbil­den, welche zu einer Visus­min­de­rung führt und oftmals mit einer YAG-Kapsu­lo­to­mie behan­delt werden muss.

Eine Poli­tur der hinte­ren Kapsel (PC) intra­ope­ra­tiv kann jedoch die Wahr­schein­lich­keit dieser Kompli­ka­ti­on verrin­gern. Viele Opera­teu­re vermei­den diese Proze­dur aber aus Sorge, eine Kapsel­rup­tur mit ihren Folgen zu verursachen.

US-ameri­ka­ni­sche Forscher haben nun ein Robo­ter­sys­tem entwi­ckelt, welches unter intra­ope­ra­ti­ver Visua­li­sie­rung der Anato­mie der PC sowie der Spitze des sich bewe­gen­den Irrigation/Aspiration(I/A)-Handstückes mit fest­ge­leg­tem nied­ri­gen Aspi­ra­ti­ons­druck mithil­fe einer einge­bau­ten Vorder­ab­schnitts-OCT eine Poli­tur der PC am biolo­gi­schen Model präzi­se durch­füh­ren kann.

Die Wissen­schaft­ler verwen­de­ten das Robo­ter­sys­tem Intrao­cu­lar-Robo­tic-Inter­ven­tio­nal-Surgi­cal-System (IRISS).

Die Arbeits­grup­pe extra­hier­te zunächst die Linsen von 5 ex vivo Schwei­ne­au­gen und appli­zier­te danach eine dünne Schicht wasser­lös­li­chen Klebers auf die PC, der die Kapsel­fi­bro­se imitier­ten sollte. Nach­fol­gend führ­ten die Exper­ten OCT-Volu­men­scans des vorde­ren Augen­seg­men­tes sowie poste­rio­re Aufnah­men durch, um eine klare Sicht auf die PC zu erhal­ten. Während des Polie­rens erfolg­ten weite­re OCT-B-Scans, die die Spitze des I/A‑Instruments über­wach­ten und weiter zum Opera­tor gelei­tet wurden, der die chir­ur­gi­sche Sicher­heit und die Wirk­sam­keit des Poli­tur­vor­gan­ges sicherstellte.

Die Ophthal­mo­lo­gen ermit­tel­ten bei allen 5 Kapsel­po­li­tu­ren eine komplet­te Besei­ti­gung des Klebers auf der PC ohne Kapselruptur.

Die Autoren resü­mie­ren, dass es zukünf­tig mögli­cher­wei­se besser sein könnte, anstel­le der gängi­gen chir­ur­gi­schen Mikro­sko­pe eine Vorder­ab­schnitts-OCT einzu­set­zen, um eine akku­ra­te­re Visua­li­sie­rung rele­van­ter anato­mi­scher Struk­tu­ren und ihrer Bezie­hung zu den chir­ur­gi­schen Instru­men­ten zu ermöglichen.

(tt)

Autoren: Gerber MJ et al.
Korrespondenz: Matthew J Gerber; gerber211@ucla.edu
Studie: Robotic posterior capsule polishing by optical coherence tomography image guidance
Quelle: Int J Med Robot 2021; Jun;17(3):e2248.
Web: dx.doi.org/10.1002/rcs.2248

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