Herpe­ti­sche okulä­re Infektionen

Studie zeigt Assoziation mit SARS-CoV-2-Impfung auf

1. September 2022

TEL AVIV (Bier­mann) – Es ist bislang bekannt, dass COVID-19-Impf­stof­fe adap­ti­ve humo­ra­le und zellu­lä­re Immun­ant­wor­ten, einschließ­lich anti­gen­spe­zi­fi­sche CD4+- und CD8+-T-Zell-Antwor­ten und erhöh­te Spie­gel proin­flamma­to­ri­scher Zyto­ki­ne hervor­ru­fen können. Die Autoren einer aktu­el­len Veröf­fent­li­chung haben nun einen Zusam­men­hang zwischen herpe­ti­schen okulä­ren Infek­tio­nen und einer kürz­lich voran­ge­gan­ge­nen Impfung gegen SARS-CoV‑2 hergestellt.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 5 Pati­en­ten in ihre retro­spek­ti­ve Studie ein, von denen nach einer Impfung mit dem mRNA-Impf­stoff von BioNTech/Pfizer (BNT162b2) 3 Fälle an einer okulä­ren Varizella-Zoster-Virus(VZV)- und 2 an einer Herpes-Simplex-Virus(HSV)-Infektion litten.

Zusätz­lich führte die Arbeits­grup­pe eine Lite­ra­tur­re­cher­che durch und selek­tier­te 19 Pati­en­ten nach einer Impfung mit BNT162b2, dem mRNA-Impf­stoff von Moder­na (mRNA-1273), dem adeno­vi­ra­len Vektor-Impf­stoff von Astra­Ze­ne­ca (AZD1222) sowie dem inak­ti­vier­ten Ganz­vi­rus-Totimpf­stoff von Sino­vac Biotech (Coro­na­Vac). Hier traten in 9 Augen eine okulä­re VZV- und in 10 eine HSV-Infek­ti­on auf.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass alle Pati­en­ten ophthal­mo­lo­gi­sche Befun­de inner­halb von 28 Tagen nach der COVID-19-Impfung entwi­ckel­ten. Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten fest, dass die meis­ten VZV- und HSV-Fälle (15/19) aus der Lite­ra­tur nach der 1. Impfung beob­ach­tet wurden, während sich in der aktu­el­len Studie 2 Augen mit VZV-Infek­ti­on nach der 2. Impfung sowie 1 VZV- und beide HSV-Infek­tio­nen nach der 3. Vakzi­na­ti­on zeigten.

Die Ophthal­mo­lo­gen konsta­tier­ten als häufigs­te Befun­de einen Herpes zoster ophthal­mi­cus mit okulä­rer Betei­li­gung sowie eine HSV-Kera­ti­tis. Bei allen Augen bilde­te sich die akute Inflamma­ti­on voll­stän­dig zurück, wohin­ge­gen in 1 Fall eine Abla­tio auftrat und bei 3 Augen Horn­haut­nar­ben persistierten.

Die Autoren vermu­ten abschlie­ßend, dass die allge­mei­ne Akti­vie­rung der T‑Zell-vermit­tel­ten Immun­ant­wort sowie inflamma­to­ri­scher Zyto­ki­ne der Rolle der COVID-Impf­stof­fe bei der vermut­li­chen Reak­ti­vie­rung der Herpes-Viren zugrun­de liegen könnte.

(tt)

Autoren: Cohen S et al.
Korrespondenz: Zohar Habot-Wilner; zwilner@hotmail.com
Studie: Herpetic Eye Disease Following the SARS-CoV-2 Vaccinations
Quelle: Ocul Immunol Inflamm 2022; Aug 1;1-12.
Web: dx.doi.org/10.1080/09273948.2022.2103831

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