Handy­ge­brauch beim Autofahren

Fahrtüchtigkeit bei Glaukompatienten zusätzlich reduziert

17. April 2019

DURHAM (Bier­mann) – Während des Auto­fah­rens ein Mobil­te­le­fon zu benut­zen, begrenzt die Fahr­leis­tung und mindert die Aufmerk­sam­keit. Im Vergleich zu gesun­den Proban­den nimmt die Fahr­leis­tung bei Perso­nen mit Glau­kom beim Tele­fo­nie­ren am Steuer sogar über­pro­por­tio­nal ab, wie eine Quer­schnitts­stu­die offenlegt.

Die Studi­en­au­toren befrag­ten dazu 112 Glau­kom-Pati­en­ten sowie 70 Kontroll­per­so­nen zu ihrem Nutzungs­ver­hal­ten von Mobil­te­le­fo­nen während des Auto­fah­rens. 37 Pati­en­ten mit Glau­kom und 28 Kontroll­per­so­nen, die alle zufäl­lig ausge­wählt wurden, fuhren außer­dem in einem Fahr­si­mu­la­tor bei gleich­zei­ti­gem Handy­ge­brauch. Dabei wurde die Reak­ti­ons­zeit auf peri­phe­re visu­el­le Stimu­li gemessen.

Das mitt­le­re Alter (SD) der 112 Teil­neh­mer mit Glau­kom betrug 73,6 (9,6) Jahre. In der Kontroll­grup­pe war das Durch­schnitts­al­ter 68,4 (10,9). Von den Glau­kom­pa­ti­en­ten verwen­den 30 Pati­en­ten (26,8%) nach eige­ner Auskunft selten ein Handy beim Auto­fah­ren und 2 Pati­en­ten (1,8%) benut­zen es manch­mal. In der Kontroll­grup­pe gaben 20 Teil­neh­mer (28,6%) an, es selten zu gebrau­chen, 2 (2,9%) benut­zen es manch­mal während der Fahrt (p=0,80).

Die Reak­ti­ons­zei­ten auf peri­phe­re visu­el­le Stimu­li waren während der Verwen­dung von Mobil­te­le­fo­nen bei Pati­en­ten mit Glau­kom signi­fi­kant länger im Vergleich zu den gesun­den Proban­den (Median [Inter­quar­til­be­reich], 1,86 [1,42–2,29] Sekun­den vs. 1,14 [0,98–1,59] Sekun­den, p=0,02). Der mitt­le­re Anstieg (SD) der Reak­ti­ons­zeit betrug bei Glau­kom­pa­ti­en­ten 0,85 (0,60) Sekun­den bei Verwen­dung eines Mobil­te­le­fons. Bei den gesun­den Proban­den verlän­ger­te sich die Reak­ti­ons­zeit um durch­schnitt­lich 0,68 (0,83) Sekun­den (p=0,03).

Die Ergeb­nis­se dieser Studie zeigen, dass Pati­en­ten mit Glau­kom genau­so häufig Mobil­te­le­fo­ne beim Auto­fah­ren verwen­den wie gesun­de Perso­nen. Dabei erfah­ren Pati­en­ten mit Glau­kom jedoch einen stär­ke­ren Rück­gang ihrer Fähig­keit zur Erken­nung visu­el­ler peri­phe­rer Ereignisse.

(isch)

Autoren: Ogata NG, Daga FB, Jammal AA et al.
Korrespondenz: Felipe A. Medeiros, MD, PhD, Visual Performance Laboratory, Duke Eye Center, Department of Ophthalmology, Duke University, 2310 Erwin Rd, Durham, NC 27710; felipe.medeiros@duke.edu
Studie: Mobile Telephone Use and Reaction Time in Drivers With Glaucoma
Quelle: JAMA Netw Open. 2019;2(4):e192169.
Web: https://doi.org/10.1001/jamanetworkopen.2019.2169

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