Glau­kom­ri­si­ko

Zusammenhang zwischen Glaukom und Luftverschmutzung in britischer Kohortenstudie

3. Dezember 2019

LONDON (Bier­mann) – Eine stär­ke­re Fein­staub­ex­po­si­ti­on (PM 2,5) kann sowohl mit einem Glau­kom als auch mit nach­tei­li­gen struk­tu­rel­len Merk­ma­len der Krank­heit asso­zi­iert sein, so das Ergeb­nis einer im „Inves­ti­ga­ti­ve Ophthal­mo­lo­gy & Visual Science“ veröf­fent­lich­ten Studie. Dies ist beson­ders rele­vant, da 90% der Welt­be­völ­ke­rung Luft­ver­schmut­zun­gen ausge­setzt sind, die über den von der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on empfoh­le­nen Grenz­wer­ten liegen. Bisher haben jedoch nur wenige Studi­en den Zusam­men­hang zwischen der Luft­ver­schmut­zung und einem Glau­kom untersucht.

Die briti­sche Arbeits­grup­pe analy­sier­te daher von 111.370 Teil­neh­mern der UK-Biobank-Studie Frage­bo­ge­da­ten sowie ophthal­mo­lo­gi­sche Messun­gen und entspre­chen­de Daten zur Luft­qua­li­tät in den Wohn­ge­bie­ten. Berück­sich­tigt wurden ein durch Selbst­aus­kunft berich­te­tes Glau­kom, der Augen­in­nen­druck und die durch­schnitt­li­che Dicke der Gangli­en­zell­schicht und inne­ren plexi­for­men Schicht („Cell   and   Inner   Plexi­form   Layer“ [GCIPL]) der Makula.

Die Auswer­tung zeigte: Perso­nen aus Gebie­ten mit einer höhe­ren Fein­staub­kon­zen­tra­ti­on (PM 2,5) berich­te­ten häufi­ger von einer Glau­kom­dia­gno­se (Odds Ratio [OR] =1,06, 95%-Konfidenzintervall [KI] 1,01–1,12). Eine höhere Fein­staub­kon­zen­tra­ti­on war auch mit einer dünne­ren GCIPL asso­zi­iert (β=–0,56 μm, 95%-KI –0,63 bis –0,49).

Eine Dosis-Wirkungs-Bezie­hung wurde zwischen höhe­ren Fein­staub­kon­zen­tra­tio­nen und dünne­rem GCIPL beob­ach­tet (p<0,001). Zwischen der Fein­staub­kon­zen­tra­ti­on und dem Augen­in­nen­druck gab es jedoch keine klinisch rele­van­te Assoziation.

(isch)

Autoren: Chua SYL et al.
Korrespondenz: Paul Foster; p.foster@ucl.ac.uk.
Studie: The Relationship Between Ambient Atmospheric Fine Particulate Matter (PM2.5) and Glaucoma in a Large Community Cohort
Quelle: Invest Ophthalmol Vis Sci 2019;60(14):4915-4923.
Web: https://doi.org/10.1167/iovs.19-28346

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