Glau­kom­pro­gres­si­on

Niedriger systemischer Blutdruck stellt Risikofaktor dar

21. September 2021

DURHAM (Bier­mann) – Ein nied­ri­ger mitt­le­rer arte­ri­el­ler Blut­druck (MAP) sowie diasto­li­scher arte­ri­el­ler Druck (DAP) sind mit einer rasche­ren Schä­di­gung der reti­na­len Nerven­fa­ser­schicht (RNFL) asso­zi­iert. Laut den Autoren einer aktu­el­len Studie deuten diese Ergeb­nis­se darauf hin, dass die syste­mi­schen Blut­druck­wer­te eine signi­fi­kan­te Rolle bei der Progres­si­on eines Glau­koms spielen.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 3976 Pati­en­ten (7501 Augen) mit vermu­te­tem oder bewie­se­nem Glau­kom aus der Duke Glau­co­ma Regis­try des Duke Eye Centers in Durham (USA) in die retro­spek­ti­ve Kohor­ten­stu­die auf, und kontrol­lier­ten sie im Zeitverlauf.

Die Arbeits­grup­pe verwen­de­te linea­re gemisch­te Model­le, um die Auswir­kun­gen des syste­mi­schen arte­ri­el­len Blut­drucks (BP), des MAP, des systo­li­schen arte­ri­el­len Drucks (SAP) und des DAP auf die Verlustra­te der RNFL, gemes­sen mithil­fe der Spek­tral-Domain-OCT (SD-OCT), zu unter­su­chen. Die Model­le wurden zum Studi­en­be­ginn hinsicht­lich des Augen­in­nen­dru­ckes (IOD), des Geschlechts, der Ethnie, der Diagno­se, der zentra­len Horn­haut­di­cke, der Nach­be­ob­ach­tungs­zeit sowie der Schwe­re der Erkran­kung angepasst.

Die Forscher schlos­sen 157.291 BP‑, 45.408 IOD- sowie 30.238 SD-OCT-Kontrol­len in die Analy­se ein. Sie ermit­tel­ten eine mitt­le­re Rate an RNFL-Verän­de­rung von ‑0,7µm/Jahr (95%-KI ‑0,72 bis ‑0,67). In den univa­ria­blen Model­len zeig­ten sich während des Follow-Up weder der MAP noch der SAP oder der DAP signi­fi­kant mit den Raten an RNFL-Verlust verbun­den. Demge­gen­über stell­ten die Exper­ten fest, dass nach Anpas­sung des mitt­le­ren IOD während der Nach­be­ob­ach­tung, jede Verrin­ge­rung um 10 mmHg des MAP (-0,06 µm/Jahr; p=0,007) sowie des DAP (-0,08 µm/Jahr; p<0,001), nicht jedoch des SAP (0,01 µm/Jahr; p=0,355), mit einer signi­fi­kant schnel­le­ren Rate an RNFL-Verän­de­rung über die Zeit asso­zi­iert war. Diese Auswir­kun­gen der arte­ri­el­len Druck­grö­ßen blie­ben auch signi­fi­kant nach zusätz­li­cher Anpas­sung hinsicht­lich des Alters bei Studi­en­be­ginn, der Diagno­se, des Geschlechts, der ethni­schen Zuge­hö­rig­keit bzw. Abstam­mung, der Follow-Up-Zeit, der Schwe­re der Erkran­kung sowie der Dicke der Hornhaut.

(tt)

Autoren: Jammal AA et al.
Korrespondenz: Felipe A Medeiros; felipe.medeiros@duke.edu
Studie: Blood Pressure and Glaucomatous Progression in a Large Clinical Population
Quelle: Ophthalmology 2021; Aug 30;S0161-6420(21)00640-0.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ophtha.2021.08.021

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