Glau­kom­pro­gres­si­on

Neuroretinale Randsaum-Messungen ermöglichen frühzeitige Erfassung

15. Dezember 2021

BOSTON (Bier­mann)  Wie die Autoren einer aktu­el­len Studie schrei­ben, kann mithil­fe der hoch­auf­lö­sen­den, 3‑dimensionalen Spec­tral-domain-OCT (SD-OCT) des neuro­re­ti­na­len Rand­sau­mes die Progres­si­on eines Glau­koms in etwa 1–2 Jahre früher erkannt werden als mit ande­ren klinisch verfüg­ba­ren Tests.

In ihre prospek­ti­ve, longi­tu­di­na­le Kohor­ten­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 124 Pati­en­ten (124 Augen) mit Offen­win­kel­glau­kom ein und unter­such­ten inner­halb eines Zeit­rau­mes von 5 Jahren jähr­lich den Krank­heits­ver­lauf mittels Papil­len­auf­nah­men (DP), Gesichtsfeld(VF)-Messungen, 2‑dimensionalen SD-OCT-Dicken­scans der reti­na­len Nerven­fa­ser­schicht (RNFL) sowie hoch­auf­lö­sen­den, 3‑dimensionalen SD-OCT-Volu­men­scans des Sehner­vens. Mittels der letzt­ge­nann­ten Scans errech­ne­te die Arbeits­grup­pe mit einer benut­zer­de­fi­nier­ten Soft­ware die mini­ma­le neuro­re­ti­na­le Dicke der Rand­saum­brei­te (MDB).

Nach­fol­gend wurden die Pati­en­ten anhand der Ergeb­nis­se einer ereig­nis­ba­sier­ten Analy­se in eine Progres­si­ons- und eine Nicht-Progres­si­ons­grup­pe einge­teilt. Die Exper­ten defi­nier­ten eine Progres­si­on in den DP und VF-Messun­gen, wenn das Ereig­nis von 3 verblin­de­ten Glau­kom­spe­zia­lis­ten diagnos­ti­ziert wurde.

Eine Progres­si­on in den Dicken­scans der RNFL und MDB diagnos­ti­zier­ten die Forschen­den, wenn sie eine Verän­de­rung von mehr als der Test-Retest-Varia­bi­li­tät beob­ach­te­ten. Unter Verwen­dung der Kaplan-Meier-Kurven analy­sier­ten sie Daten bis zur Progres­si­on und mittels der Kappa-Koef­fi­zi­en­ten die zeit­li­che Über­ein­stim­mung der Progres­si­ons­dia­gno­se zwischen den Testmethoden.

Die Forscher ermit­tel­ten aufgrund der sich verän­dern­den MDB-Dicke eine Progres­si­on bei 52,4% der Augen vergli­chen mit 16,1% in den DP (p<0,001) und 15,3% aufgrund der verän­der­ten RNFL-Dicke (p<0,001). Ebenso konnte mit der MDB-Dicke früher eine Progres­si­on erkannt werden als in DP (23 vs. 44 Monate; p<0,001) oder mithil­fe der RNFL-Dicke (23 vs. 33 Monate; p<0,001). Die Über­ein­stim­mung der Glau­kom­pro­gres­si­on zwischen allen 4 Metho­den erwies sich als gering (ƙ=0,095–0,300).

(tt)

Autoren: Ratanawongphaibul K et al.
Korrespondenz: Teresa C Chen; Teresa_chen@meei.harvard.edu
Studie: Earlier Detection of Glaucoma Progression Using High-Density 3-Dimensional Spectral-Domain OCT Optic Nerve Volume Scans
Quelle: Ophthalmol Glaucoma 2021; Nov-Dec;4(6):604-616.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ogla.2021.03.010

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