Glau­kom­dia­gno­sitk

Intraokulare Tumoren können den Anschein eines Glaukoms erwecken

3. April 2020

HYDERABAD (Bier­mann) – Intrao­ku­la­re Tumo­ren können sich als ein primä­res Glau­kom oder nicht tumor­be­zo­ge­nes sekun­dä­res Glau­kom tarnen. Eine Arbeits­grup­pe aus Indien hat daher das klini­sche Erschei­nungs­bild sowie die Behand­lung von intrao­ku­la­ren Tumo­ren retro­spek­tiv anhand von Pati­en­ten­da­ten genau­er untersucht.

In ihrem Chart-Review führen sie 10 Pati­en­ten auf, die mit einem nicht vermu­te­ten intrao­ku­la­ren Tumor mit der Diagno­se eines primä­ren Glau­koms oder eines nicht tumor­be­ding­ten sekun­dä­ren Glau­koms in eine Glau­kom­kli­nik über­wie­sen wurden. Das Durch­schnitts­al­ter bei Über­wei­sung betrug 25 Jahre (Median 22 Jahre; Bereich 1 Tag bis 58 Jahre).

Die Diagno­se bei Über­wei­sung war in 6 Fällen ein neovasku­lä­res Glau­kom, in 3 Fällen ein ange­bo­re­nes Glau­kom und in einem Fall ein Winkel­schluss­glau­kom. Zu den signi­fi­kan­ten klini­schen Sympto­men gehör­ten Horn­haut­öde­me (n=3), Mega­lo­cor­nea (n=3), Neovasku­la­ri­sie­rung der Iris (n=4), Hyphä­ma (n=2) und Pseudo­hy­po­py­on (n=2). Das mitt­le­re Inter­vall zwischen dem Einset­zen der Sympto­me und einer Diagno­se betrug 4 Monate (Median 3 Monate; Bereich 0,5–13 Monate). Zwei Pati­en­ten wurden verse­hent­lich einer Trabe­ku­lek­to­mie unter­zo­gen, bei einem Pati­en­ten wurde vor der endgül­ti­gen Diagno­se eine Evis­zera­ti­on durchgeführt.

Die finale Diagno­se umfass­te ein Mela­no­zy­tom der Uvea (n=2), Medullo­epi­the­liom des Zili­ar­kör­pers (n=2), choro­ida­les Mela­nom (n=2), Reti­nob­las­tom (n=1), reti­na­les kapil­lä­res Häma­n­gio­blas­tom (n=1), choro­ida­les Schwan­nom (n=1) und meta­stasier­tes Uvea-Mela­nom (n=1).

Die Behand­lungs­mo­da­li­tä­ten umfass­ten eine Strah­len­the­ra­pie (n=1), Enuklea­ti­on (n=6), eine pallia­ti­ve syste­mi­sche Chemo­the­ra­pie (n=1) sowie eine Kombi­na­ti­on aus Enuklea­ti­on, syste­mi­scher Chemo­the­ra­pie und exter­ner Strah­len­the­ra­pie (n=1). Ein Pati­ent wurde während des Follow-ups verlo­ren. Über einen mitt­le­ren Follow-up-Zeit­raum von 13 Mona­ten (Median 5 Monate; Bereich 2 Wochen bis 7 Jahre) gab es keine Hinwei­se auf den Tod.

(isch)

Autoren: Vempuluru VS et al.
Korrespondenz: Swathi Kaliki; kalikiswathi@yahoo.com
Studie: Glaucoma as the presenting sign of intraocular tumors: beware of the masquerading sign
Quelle: Int Ophthalmol 2020; Mar 20.
Web: https://doi.org/10.1007/s10792-020-01348-x

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.