Glau­kom­chir­ur­gi­sche Eingrif­fe ohne vorhe­ri­ge antig­lau­kom­a­tö­se Therapie

Studie präsentiert Fallzahlen und Indikationsspektren

25. April 2022

IZUMO (Bier­mann) – Eine gerin­ge Anzahl an Glau­kom­pa­ti­en­ten unter­zieht sich einem glau­kom­chir­ur­gi­schen Eingriff ohne vorhe­ri­gen Einsatz von Antig­lau­kom­a­to­sa (AGM). Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass die häufigs­te Indi­ka­ti­on für eine opera­ti­ve Maßnah­me bei Pati­en­ten mit einem Winkel­block bei primä­rem Engwin­kel­glau­kom (PACG) gestellt wird. Zu den häufigs­ten Grün­den für einen primä­ren Eingriff bei Pati­en­ten mit Weit­win­kel­glau­kom (POAG) zählt der Zufallsbefund.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen zu insge­samt 1417 Augen, bei denen im Zeit­raum April 2018 bis Septem­ber 2020 in der Augen­kli­nik der Shima­ne Univer­si­tät (Japan) ein opera­ti­ver Glau­kom­ein­griff erfolg­te. Die Arbeits­grup­pe schloss 90 der 1417 Augen (6,4%; 67 Pati­en­ten; mitt­le­res Alter 72±16 Jahre) in ihre retro­spek­ti­ve Analy­se ein, bei denen präope­ra­tiv keine AGM appli­ziert wurden.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass bei 60% der Augen als häufigs­te Glau­kom­form ein PACG vorlag, gefolgt von einem Pseu­do­ex­fo­li­a­ti­ons­glau­kom (17%), einem POAG (16%) sowie ande­ren Formen (8%).

Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten fest, dass die häufigs­ten Opera­ti­ons­in­di­ka­tio­nen ein akuter Winkel­block (64%) sowie ein Zufalls­be­fund vor einer Kata­rakt­ex­trak­ti­on (CE) oder einem antig­lau­kom­a­tö­sen Eingriff am Part­ner­au­ge (13%) darstell­ten. Andere Gründe umfass­ten schlech­te Medi­ka­ti­ons­ad­hä­renz (10%), Demenz (6%), multi­ple aller­gi­sche Reak­tio­nen auf die einge­setz­ten AGM (3%) sowie ein Sekun­där­glau­kom mit akutem Anstieg des Augen­in­nen­dru­ckes (3%).

Darüber hinaus konsta­tier­ten die Glau­kom­spe­zia­lis­ten, dass folgen­de glau­kom­chir­ur­gi­sche Inter­ven­tio­nen durch­ge­führt wurden: allei­ni­ge CE (33%), CE + Gonio­syn­echio­ly­se ([GSL]; 27%), CE + iStent (16%), CE + Gonio­to­mie (11%; ab-inter­no Trabe­ku­lo­to­mie mit dem Tanito Mikro­hook oder dem Kahook Dual Blade), Ahmed-Glau­kom­drai­na­ge-Implan­ta­ti­on (11%) sowie Trabe­ku­lek­to­mie (2%).

Die Autoren empfeh­len als Thera­pie­op­tio­nen bei PACG eine CE ± GSL, bei schlech­ter Adhä­renz, AGM-Into­le­ranz oder Sekun­där­glau­kom filtrie­ren­de Eingrif­fe und bei zufäl­li­ger Diagno­se eine CE + mikro­in­va­si­ve Verfahren.

(tt)

Autoren: Sugihara K et al.
Korrespondenz: Masaki Tanito; mtanito@gmail.com
Studie: Reasons for choice of glaucoma surgery in eyes not treated with anti-glaucoma medications
Quelle: BMC Ophthalmol 2022; Mar 30;22(1):145.
Web: dx.doi.org/10.1186/s12886-022-02369-z

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