Glau­kom­chir­ur­gie und anti­throm­bo­ti­sche Medikation

Operative Erfolgsrate bleibt unbeeinflusst

29. Juni 2022

KOBE (Bier­mann) – Die periope­ra­ti­ve Einnah­me von Anti­throm­bo­ti­ka beein­flusst nicht die Erfolgs­ra­te antig­lau­kom­a­tö­ser Eingrif­fe – weder Verfah­ren ab exter­no noch ab inter­no –, wohin­ge­gen frühe post­ope­ra­ti­ve Hämor­rha­gien häufi­ger bei Inter­ven­tio­nen ab exter­no beob­ach­tet werden. Zu diesem Ergeb­nis sind die Autoren einer aktu­el­len Veröf­fent­li­chung gekommen.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten retro­spek­tiv medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen zu insge­samt 910 Glau­kom­pa­ti­en­ten nach chir­ur­gi­schen Maßnah­men, darun­ter 353 Trabe­ku­lo­to­mien ab inter­no (TLO), 444 Trabe­ku­lek­to­mien ab exter­no (TLE) sowie 113 Glau­kom-Drai­na­ge-Implan­ta­tio­nen ab exter­no (GDI).

Die Arbeits­grup­pe defi­nier­te den chir­ur­gi­schen 1‑Jah­res-Erfolg als einen Augen­in­nen­druck (IOD) im Bereich 5–21 mmHg, eine IOD-Reduk­ti­on um ≥20% zum Ausgangs­wert sowie keine weite­ren chir­ur­gi­schen Inter­ven­tio­nen. Zusätz­lich vergli­chen die Forschen­den die Erfolgs- und die hämor­rha­gi­schen Kompli­ka­ti­ons­ra­ten zwischen Pati­en­ten, die anti­throm­bo­ti­sche Medi­ka­men­te einnah­men, und denje­ni­gen ohne diese Medikation.

Zudem adjus­tier­te die Studi­en­grup­pe präope­ra­ti­ve Fakto­ren mithil­fe der Propen­si­ty-Score-Analy­se für die TLO- sowie die TLE-Eingrif­fe zwischen den beiden Gruppen.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass insge­samt 149 der 910 Pati­en­ten (16,4%) Anti­throm­bo­ti­ka appli­zier­ten (n=37 Anti­ko­agu­lan­zi­en, n=102 Throm­bo­zy­ten­ag­gre­ga­ti­ons­hem­mer, n=10 beide kombi­niert). Die Erfolgs­ra­ten von allen chir­ur­gi­schen Verfah­ren unter­schie­den sich nicht signi­fi­kant zwischen den Grup­pen. Auch nach Propen­si­ty-Score-Matching der beiden Grup­pen zeigte sich kein signi­fi­kan­ter Unter­schied im Hinblick auf die Erfolgs­ra­ten nach TLO und TLE.

Demge­gen­über beob­ach­te­ten die Exper­ten, dass die Kompli­ka­ti­ons­ra­te für post­ope­ra­ti­ve Hämor­rha­gien im Sinne von Hyphä­ma­ta und Glas­kör­per­blu­tun­gen bei den Pati­en­ten mit Anti­throm­bo­ti­ka nach TLE und GDI signi­fi­kant höher lag als bei denje­ni­gen ohne anti­throm­bo­ti­sche Therapie.

(tt)

Autoren: Takano F et al.
Korrespondenz: Makoto Nakamura; manakamu@med.kobe-u.ac.jp
Studie: Risk of surgical failure and hemorrhagic complications associated with antithrombotic medication in glaucoma surgery
Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 2022; Jun 10 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1007/s00417-022-05719-1

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.