Glau­kom­a­tö­ser Sehverlust

Raschere Progression bei zu Beginn höherem Alter und schlechterer mittlerer Abweichung

20. November 2019

NEW YORK (Bier­mann) – In einer retro­spek­ti­ven Kohor­ten­stu­die mit 5644 Pati­en­ten war ein höhe­res Alter und eine schlech­te­re mitt­le­re Abwei­chung (MD) im Gesichts­feld (GF) zu Studi­en­be­ginn mit einer schnel­le­ren glau­kom­a­tö­sen GF-Progres­si­on assoziiert.

Insge­samt werte­ten die Autoren aus der Glau­co­ma-Rese­arch-Network-Daten­bank 84.711 GF-Tests von 5644 erwach­se­nen Pati­en­ten (8167 Augen) aus. Einschluss­kri­te­ri­en waren mindes­tens 6 Gesichts­feld­tests (SITA 24–2), ≥5 Jahre Follow-up, eine Base­li­ne-MD ≥–10 dB und mindes­tens 2 abnor­ma­le GF-Tests.

Die MD-Raten (MDR) des globa­len Gesichts­felds sowie die Raten der punkt­wei­sen Gesamt­ab­wei­chung (TDR) der GF-Progres­si­on (dB/y) wurden für jedes Auge mittels linea­rer Regres­si­on berech­net. Der Zusam­men­hang zwischen MDR, Base­li­ne-Alter und MD wurden mit linea­ren gemisch­ten Model­len und logis­ti­scher Regres­si­on bestimmt, wobei eine schnel­le Progres­si­on als MDR ≤–1,0 dB/y defi­niert wurde. Ebenso wurde der Zusam­men­hang zwischen TDR, Base­li­ne-Alter und Base­li­ne-MD mit linea­ren gemisch­ten Model­len bestimmt.

In den indi­vi­du­el­len gemisch­ten Model­len waren sowohl das Base­li­ne-Alter (β=–0,0079 dB/y; p<0,001) als auch die Base­li­ne-MD (β=0,012/y; p<0,001) mit einer schnel­le­ren Progres­si­on asso­zi­iert. Alle Para­me­ter waren statis­tisch signi­fi­kant, wobei beide Para­me­ter und ihre Wech­sel­wir­kung (β=0,00065; p=0,0017) als Kova­ria­ten auftraten.

Bei der logis­ti­schen Regres­si­on erhöh­te sich die Wahr­schein­lich­keit, der schnell fort­schrei­ten­den Gruppe anzu­ge­hö­ren, mit jedem Lebens­jahr um den Faktor 1,033. Mit jeder Einheits­zu­nah­me der Base­li­ne-MD (weni­ger schwer­wie­gen­der Sehver­lust) verrin­ger­te sich die Wahr­schein­lich­keit um den Faktor 0,8821. Die mitt­le­re punkt­wei­se TDR lag zwischen –0,21 und –0,55 dB/y, wobei die schnells­te Progres­si­on in den nasa­len und para­zen­tra­len Regio­nen beob­ach­tet wurde.

Die Auswir­kung des Alters auf die MDR werde durch den Schwe­re­grad der Base­li­ne-MD beein­flusst, was die Bedeu­tung der Früh­erken­nung und einer aggres­si­ve­ren Thera­pie bei älte­ren Pati­en­ten mit ausge­präg­te­rem GF-Scha­den unter­stüt­ze, so die Autoren abschlie­ßend. Die punkt­wei­se Rate des GF-Verlusts vari­ie­re je nach GF und biete den Ärzten die Möglich­keit, den Verlauf besser zu überwachen.

(isch)

Autoren: Liebmann J et al.
Korrespondenz: Jeffrey Liebmann; jml18@earthlink.net
Studie: Baseline Age and Mean Deviation Affect Rate of Glaucomatous Vision Loss
Quelle: J Glaucoma 2019 Oct 30.
Web: https://doi.org/10.1097/IJG.0000000000001401

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