Glau­kom

Zusammenhang zwischen Gesichtsfelddefekten und körperlichen Aktivitätsmustern der Patienten

9. Juli 2020

BALTIMORE (Bier­mann) – In einer prospek­ti­ven Kohor­ten­stu­die unter­such­te ein ameri­ka­ni­sches Team bei Perso­nen mit Glau­kom oder Glau­kom­ver­dacht einen mögli­chen Zusam­men­hang zwischen Gesichts­feld­de­fek­ten und deren körper­li­cher Akti­vi­tät. Sie stell­ten fest, dass bei ausge­präg­te­ren Gesichts­feld­de­fek­ten die Glau­kom­pa­ti­en­ten im Laufe des Tages kürze­re, frag­men­tier­te­re Sequen­zen körper­li­cher Akti­vi­tät zeigen und während der typi­schen Wach­stun­den gerin­ge­re Akti­vi­täts­ni­veaus aufweisen.

Der Grad des Gesichts­feld­de­fekts wurde durch die durch­schnitt­li­che Gesichts­feld­emp­find­lich­keit inner­halb des inte­grier­ten Gesichts­felds (IVF) defi­niert. Jeder Teil­neh­mer trug eine Woche lang einen Beschleu­ni­gungs­mes­ser an der Hüfte, um die tägli­che Akti­vi­tät zu messen. Die Akti­vi­täts­frag­men­tie­rung wurde als Kehr­wert der durch­schnitt­li­chen Akti­vi­täts­dau­er in Minu­ten berechnet.

Bewer­tet wurden die Quer­schnitts­as­so­zia­ti­on zwischen Gesichts­feld­de­fekt und Akti­vi­täts­frag­men­tie­rung sowie die Asso­zia­ti­on zwischen Gesichts­feld­de­fekt und Akti­vi­tätsak­ku­mu­la­ti­on über sechs Zeit­räu­me (5–8 Uhr, 8–11 Uhr, 11–14 Uhr, 14–17 Uhr, 17–20 Uhr, 20–23 Uhr). Haupt­er­geb­nis­se waren die Akti­vi­täts­frag­men­tie­rung und die Akti­vi­täts­men­ge (Schrit­te) im Laufe des Tages.

Jede Abnah­me der Gesichts­feld­emp­find­lich­keit um 5 Einhei­ten (dB) war mit 16,3 weni­ger akti­ven Minuten/Tag (p<0,05) und einer um 2% höhe­ren Akti­vi­täts­frag­men­tie­rung (p<0,05) asso­zi­iert. In den Tages­zeit­ana­ly­sen war eine gerin­ge­re IVF-Empfind­lich­keit mit weni­ger Schrit­ten in den Zeit­räu­men von 11–14 Uhr, 14–17 Uhr und 17–20 Uhr asso­zi­iert (106,6, 93,1 bzw. 89,2 weni­ger Schrit­te, p<0,05), nicht aber über andere Zeiträume.

Weite­re Arbei­ten seien erfor­der­lich, unter ande­rem um fest­zu­stel­len, ob diese Akti­vi­täts­än­de­run­gen zur Schwe­re der Glau­kom­er­kran­kung beitra­gen oder es sich um nach­ge­schal­te­te Effek­te handelt, stel­len die Autoren abschie­ßend fest.

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Autoren: Jian-Yu E et al.
Korrespondenz: Pradeep Y Ramulu; pramulu@jhmi.edu.
Studie: Patterns of daily physical activity across the spectrum of visual field damage in glaucoma patients
Quelle: Ophthalmology 2020; Jun 29.
Web: https://doi.org/10.1016/j.ophtha.2020.06.053

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