Glau­kom und XEN45-Gel-Stentimplantat

Erfolg des ersten Auges hat Vorhersagepotenzial für Partnerauge

7. März 2022

DÜSSELDORF (Bier­mann) – Wie die Autoren einer aktu­el­len Studie schrei­ben, bieten bei einer XEN45-Gel-Stentim­plan­ta­ti­on sowohl das Ergeb­nis des zuerst operier­ten Auges als auch die Art des Eingrif­fes ein hohes Poten­zi­al an Vorher­sag­bar­keit des Ergeb­nis­ses am Folgeauge.

In ihre retro­spek­ti­ve, mono­zen­tri­sche Studie schlos­sen die Wissen­schaft­ler 66 Pati­en­ten (132 pseudo- oder phake Augen) mit Glau­kom ein, bei denen ein XEN45-Gel-Stent entwe­der allei­ne oder in Kombi­na­ti­on mit einer Phako­emul­si­fi­ka­ti­on implan­tiert wurde. Die Arbeits­grup­pe defi­nier­te den chir­ur­gi­schen Erfolg basie­rend auf 3 Scores. Score A und B beinhal­te­ten einen IOD <21 mmHg bzw. <18 mmHg und eine Reduk­ti­on des IOD um >20% zum Zeit­punkt der letz­ten Kontrol­le. Score C umfass­te einen IOD ≤15 mmHg und eine Verrin­ge­rung des IOD um ≥40%. In allen Scores war 1 offene Binde­haut­re­vi­si­on erlaubt, während chir­ur­gi­sche Eingrif­fe als ein Thera­pie­ver­sa­gen gewer­tet wurden.

Die Gruppe berech­ne­te mithil­fe des Theo­rems nach Bayes die Vorher­sag­bar­keit eines Erfol­ges sowie die Revi­si­ons­ra­te am 2.Auge in Abhän­gig­keit vom Ergeb­nis des 1.Auges.

Die mitt­le­re Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug 17,6±9,6 Monate (1. Auge) und 15,6±8,6 Monate (2. Auge).

Die Forscher ermit­tel­ten, dass sich die Senkung des IOD in beiden Augen nicht signi­fi­kant unter­schied. Die allei­ni­ge Sten­tap­pli­ka­ti­on in das 2. Auge nach erfolg­rei­cher Chir­ur­gie des 1. Auges führte zu einer signi­fi­kant besse­ren Erfolgs­ra­te als bei vorhe­ri­gem Thera­pie­ver­sa­gen, während sich kein signi­fi­kan­ter Unter­schied bei der kombi­nier­ten Opera­ti­on zeigte.

Für Score A betrug die Erfolgs­wahr­schein­lich­keit 76,6% für das 2. Auge nach vorhe­ri­gem Erfolg am 1. Auge, während sich diese bei einem Miss­erfolg auf 57,9% verrin­ger­te. Die korre­spon­die­ren­den Wahr­schein­lich­kei­ten lagen für Score B bei 75% und 59,1% sowie für Score C bei 66,7% und 15,7%.

Die Exper­ten stell­ten zudem ein Revi­si­ons­ri­si­ko für das 2. Auge ohne oder mit Revi­si­on des 1. Auges von18,9% bzw. 55,2% und bei einem kombi­nier­ten Eingriff von 38,4% bzw. 41,7% fest.

(tt)

Autoren: Kiessling D et al.
Korrespondenz: Randolf A Widder; r.widder@martinus-duesseldorf.de
Studie: Predictability of success and open conjunctival revision rates in the subsequent eye after XEN45 Gel Stent implantation according to lens status
Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 2022; Feb 3 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1007/s00417-022-05569-x

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