Glau­kom und Phako-Trabe­ku­lek­to­mie versus allei­ni­ge Trabekulektomie

Wirksamkeits- und Risikoprofil entsprechen sich in etwa

4. April 2022

PALO ALTO (Bier­mann) – Den Autoren einer aktu­el­len Studie zufol­ge bestehen bei Pati­en­ten mit einem Glau­kom nach einer kombi­nier­ten Phako­emul­si­fi­ka­ti­on-Trabe­ku­lek­to­mie (PTE) oder nach allei­ni­ger Trabe­ku­lek­to­mie (TE) keine signi­fi­kan­ten Unter­schie­de in Bezug auf die Senkung des Augen­in­nen­dru­ckes (IOD) oder im Risiko für ein TE-Versagen.

In ihrer retro­spek­ti­ven Studie über­prüf­ten die US-ameri­ka­ni­schen Wissen­schaft­ler elek­tro­ni­sche Aufzeich­nun­gen – unter Verwen­dung einer auto­ma­ti­sier­ten Daten­ex­trak­ti­on – zu 268 erwach­se­nen Pati­en­ten mit einem Glau­kom unter­schied­li­cher Genese, bei denen im Zeit­raum 2010 bis 2017 in der Augen­kli­nik des Byers-Eye-Insti­tu­tes der Stan­ford-Univer­si­ty (Kali­for­ni­en, USA) insge­samt 318 glau­kom­chir­ur­gi­sche Inter­ven­tio­nen (100 primä­re PTE; 218 primä­re TE) durch­ge­führt wurden.

Die Arbeits­grup­pe defi­nier­te ein TE-Versa­gen als einen glau­kom­chir­ur­gi­schen Revi­si­ons­ein­griff oder als eine gestei­ger­te Anzahl an einge­setz­ten Antig­lau­kom­a­to­sa (AGM) gegen­über der präope­ra­ti­ven Medi­ka­ti­on. Die Forschen­den ermit­tel­ten mithil­fe der Kaplan-Meier-Über­le­bens­ana­ly­se die Zeit bis zu einem TE-Versa­gen. Zusätz­lich unter­such­te die Gruppe mittels der Cox-Propor­tio­nal-Hazards-Model­le Prädik­to­ren für ein TE-Versa­gen. Die media­ne Nach­be­ob­ach­tungs­zeit lag bei 753 Tagen, der mitt­le­re präope­ra­ti­ve IOD betrug 21,1 mmHg.

Die Forscher stell­ten nach >1 Jahr post­ope­ra­tiv keinen signi­fi­kan­ten Unter­schied im IOD zwischen den Grup­pen fest. Einen IOD ≤10 mmHg erreich­ten 35,5–44,4% der PTE- sowie 28,9–46,5% der TE-Patienten.

Zum Zeit­punkt der fina­len Kontrol­le konsta­tier­ten die Glau­kom­spe­zia­lis­ten in beiden Grup­pen keine signi­fi­kan­ten Unter­schie­de der IOD-Werte (PTE-Gruppe 14,05 ±5,45 mmHg; TE-Gruppe 12,41 ±4,18 mmHg; p=0,22).

Darüber hinaus beob­ach­te­ten die Exper­ten, dass in insge­samt 84 Fällen (26,4%) ein TE-Versa­gen vorlag. Nach Adjus­tie­rung im Hinblick auf chir­ur­gi­sche Verfah­ren, Geschlecht, Opera­teur, Glau­kom­form, Alter sowie ethni­sche Zuge­hö­rig­keit bzw. Abstam­mung der Pati­en­ten zeig­ten sich keine signi­fi­kan­ten Unter­schie­de im Hinblick auf ein TE-Versagen.

(tt)

Autoren: Davila JR et al.
Korrespondenz: Jose R Davila; davilaj@stanford.edu
Studie: Outcomes of Primary Trabeculectomy versus Combined Phacoemulsification-Trabeculectomy Using Automated Electronic Health Record Data Extraction
Quelle: Curr Eye Res 2022; Mar 23;1-7.
Web: dx.doi.org/10.1080/02713683.2022.2045611

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