Glau­kom und okulä­re Hypertension

Ripasudil zeigt im Langzeitverlauf gutes Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil

12. Mai 2022

KUMAMOTO (Bier­mann) – Bei Ripa­su­dil handelt es sich um den 1. Rho-Kinase-Inhi­bi­tor als neue Augen­in­nen­druck (IOD)-senkende Substanz­op­ti­on. Eine aktu­el­le Arbeit mit Real-World-Daten über einen Zeit­raum von 2 Jahren hat nun gezeigt, dass Ripa­su­dil bei guter Verträg­lich­keit zu einer signi­fi­kan­ten IOD-Reduk­ti­on führt.

In ihre 24-mona­ti­ge, prospek­ti­ve, offene Über­wa­chungs­stu­die nach der Markt­ein­füh­rung (ROCK‑J) schlos­sen die Wissen­schaft­ler 3434 Ripa­su­dil-naive japa­ni­sche Pati­en­ten mit Glau­kom oder okulä­rer Hyper­ten­si­on ein, bei denen im Zeit­raum 1. Juni 2015 bis 30. April 2017 eine Thera­pie mit Ripa­su­dil begon­nen wurde. Als primä­ren Sicher­heits­end­punkt legte die Arbeits­grup­pe die Inzi­denz für Ripa­su­dil-beding­te uner­wünsch­te Ereig­nis­se (UE) und deren Risi­ko­fak­to­ren fest. Der primä­re Wirk­sam­keits­end­punkt umfass­te Verän­de­run­gen des IOD vom Ausgangs­wert bis Monat 24.

Die Gruppe nahm 3374 Pati­en­ten in die Sicher­heits­ana­ly­se und von diesen 3178 in die Wirk­sam­keits­ana­ly­se auf. Der mitt­le­re Beob­ach­tungs­zeit­raum betrug 524,5 Tage.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass bei 853 Pati­en­ten (25,3%) UE auftra­ten. Am häufigs­ten kam es zu einer Blepha­ri­tis (8,6%), gefolgt von einer konjunk­ti­va­len Hyper­ämie (8,5%) sowie einer Konjunk­ti­vi­tis (6,3%).

Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten mithil­fe multi­va­ria­ter Analy­sen fest, dass das Risiko für eine Ripa­su­dil-asso­zi­ier­te Blepha­ri­tis bei folgen­den Konstel­la­tio­nen gestei­gert ausfiel: bei Frauen (HR 1,307; p=0,04), bei einer aktu­el­len oder anamnes­tisch bekann­ten Blepha­ri­tis (HR 2,178; p=0,001), bei einer Pollen­all­er­gie in der Vorge­schich­te (HR 1,645; p=0,003) oder bei einer anti­all­er­gi­schen Medi­ka­ti­on (HR 2,276; p<0,001).

Die Ophthal­mo­lo­gen konsta­tier­ten zudem, dass sich der mitt­le­re IOD nach der Metho­de der kleins­ten Quadra­te vom Ausgangs­wert bis Monat 24 signi­fi­kant um ‑2,6±0,1 mmHg verrin­ger­te (p<0,001). Diese signi­fi­kan­te IOD-Reduk­ti­on zeigte sich bei Pati­en­ten mit primä­rem Offen­win­kel­glau­kom, mit Normal­druck­glau­kom, mit primä­rem Engwin­kel­glau­kom, mit Sekun­där­glau­kom sowie mit okulä­rer Hypertension.

(tt)

Autoren: Tanihara H et al.
Korrespondenz: Hidenobu Tanihara; tanihara@pearl.ocn.ne.jp
Studie: Intraocular Pressure-Lowering Effects and Adverse Events of Ripasudil in Patients with Glaucoma or Ocular Hypertension over 24 Months
Quelle: Adv Ther 2022; Apr;39(4):1659-1677.
Web: dx.doi.org/10.1007/s12325-021-02023-y

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