Glau­kom und nicht pene­trie­ren­de Glaukomchirurgie

Die Kombination mit Phakoemulsifikation ist alleiniger Intervention überlegen

7. Januar 2022

PEKING (Bier­mann) – Eine aktu­el­le Studie aus China hat gezeigt, dass ein nicht­pe­ne­trie­ren­der antig­lau­kom­a­tö­ser Eingriff zusam­men mit einer Phako­emul­si­fi­ka­ti­on (Phaco-NPGS) in Bezug auf die Senkung des Augen­in­nen­dru­ckes (IOD) und der Medi­ka­ti­on sowie der Wirk­sam­keit, der post­ope­ra­ti­ven Kompli­ka­tio­nen und Inter­ven­tio­nen der allei­ni­gen NPGS über­le­gen ist. Die Autoren empfeh­len daher eine Phaco-NPGS, insbe­son­de­re bei Glau­kom­pa­ti­en­ten mit zusätz­li­cher Katarakt.

Die Wissen­schaft­ler führ­ten eine Lite­ra­tur­re­cher­che in verschie­de­nen Daten­ban­ken durch und über­prüf­ten Studi­en zu den Ergeb­nis­sen von Phaco-NPGS oder allei­ni­ger NPGS.

Die Arbeits­grup­pe legte als primä­re Endpunk­te den post­ope­ra­ti­ven IOD sowie die Anzahl an post­ope­ra­ti­ver antig­lau­kom­a­tö­ser Medi­ka­ti­on fest. Zu den sekun­dä­ren Endpunk­ten zähl­ten die Präva­lenz von Kompli­ka­tio­nen, post­ope­ra­ti­ve Inter­ven­tio­nen wie Need­ling und Gonio­punk­ti­on sowie die chir­ur­gi­sche Erfolgsrate.

Die Forscher schlos­sen 380 Augen, die mit allei­ni­ger NPGS sowie 424 Augen, die mit einer Phaco-NPGS behan­delt wurden, in ihre Meta­ana­ly­se ein.

Von den 380 NPGS-Augen erhiel­ten 177 eine Visko­ka­na­los­to­mie (VC), 125 eine Kanalo­plas­tik (CP) sowie 78 Augen eine tiefe Sklerek­to­mie (DS). In der Phaco-NPGS-Gruppe beka­men 313 Augen eine Phaco-VC, 61 eine Phaco-DS und 50 Augen eine Phaco-CP.

Die Glau­kom­spe­zia­lis­ten ermit­tel­ten, dass in der Kombi­na­ti­ons-Gruppe sowohl der post­ope­ra­ti­ve IOD als auch die Anzahl an Antig­lau­kom­a­to­sa signi­fi­kant gerin­ger lagen als in der Gruppe mit allei­ni­ger NPGS (WMD ‑1,12; 95%-KI ‑2,11bis ‑0,12; p=0,03 und WMD ‑0,31; 95%-KI ‑0,53 bis ‑0,09; p=0,006). Darüber hinaus stell­ten die Ophthal­mo­lo­gen fest, dass die Phaco-NPGS-Pati­en­ten eine signi­fi­kant gerin­ge­re Präva­lenz an Kompli­ka­tio­nen (WMD 0,52; 95%-KI 0,31–0,88; p=0,01) und post­ope­ra­ti­ven Eingrif­fen (RR 0,11; 95%-KI 0,05–0,22; p<0,00001) im Vergleich zu den NPGS-Pati­en­ten aufwie­sen. Demge­gen­über bestand jedoch kein signi­fi­kan­ter Unter­schied zwischen den Grup­pen bezüg­lich der chir­ur­gi­schen Erfolgs­ra­te (WMD 1,18; 95%-KI 0,68–2,03; p=0,55).

(tt)

Autoren: Xiao JY et al.
Korrespondenz: Mei-Fen Zhang; meifen_zhang@hotmail.com
Studie: Efficacy and safety of non-penetrating glaucoma surgery with phacoemulsification versus non-penetrating glaucoma surgery: a Meta-analysis
Quelle: Int J Ophthalmol 2021; Dec 18;14(12):1970-1978.
Web: dx.doi.org/10.18240/ijo.2021.12.24

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