Glau­kom und iStent-Implan­ta­ti­on mit Phakoemulsifikation

Langzeitergebnisse unterstreichen die Wirksamkeit und Sicherheit

6. Dezember 2021

MONTREAL (Bier­mann) – Eine 8‑Jah­res-Studie zur Wirk­sam­keit und Sicher­heit einer Implan­ta­ti­on von 2 iStents (trabe­ku­lä­rer Mikro-Bypass) im Rahmen einer Kata­rakt­ex­trak­ti­on bei chir­ur­gisch-naiven Pati­en­ten mit primä­rem Offen­win­kel­glau­kom (POWG) hat gezeigt, dass dieser Eingriff nicht nur ein sehr gutes Sicher­heits­pro­fil hat. Lang­fris­tig kann er auch den Augen­in­nen­druck (IOD) und die Anzahl einge­setz­ter Antig­lau­kom­a­to­sa senken sowie den Krank­heits­ver­lauf stabilisieren/verlangsamen.

Die Autoren der longi­tu­di­na­len, mono­zen­tri­schen Fall­stu­die nahmen darin 47 Pati­en­ten (62 Augen) mit POWG auf, bei denen 2 iStents implan­tiert wurden, wobei man gleich­zei­tig eine Phako­emul­si­fi­ka­ti­on durchführte.

Die Arbeits­grup­pe analy­sier­te nach 8 Jahren die Wirk­sam­keits­er­geb­nis­se zum mitt­le­ren IOD, der Medi­ka­ti­on sowie dem chir­ur­gi­schen Erfolg.

Zusätz­lich über­prüf­te die Gruppe die Sicher­heits­er­geb­nis­sen zur best­kor­ri­gier­ten Sehschär­fe (BCVA), der mitt­le­ren Abwei­chung im Gesichts­feld (VF-MD), dem Cup/­Disc-Verhält­nis (CDR), der Dicke der reti­na­len Nerven­fa­ser­schicht (RNFL) und dem Komplex Gangli­en­zell­schicht bis innere plexi­for­me Schicht (GC-IPL) sowie uner­wünsch­te Ereignisse.

Die Forscher ermit­tel­ten nach 8 Jahren post­ope­ra­tiv, dass sich der IOD von 19,2±3,9 mmHg präope­ra­tiv um 26% auf 14,2±2,4 mmHg (p<0,001) verringerte.

91,1% der Augen erreich­ten einen IOD ≤18 mmHg (vs. 51,6% präope­ra­tiv), während 69,6% der Augen einen IOD ≤15 mmHg aufwie­sen (vs. 14,5% präope­ra­tiv) und 25% der Augen einen IOD ≤12 mmHg zeig­ten (vs.1,6% präoperativ).

Die Anzahl an Antig­lau­kom­a­to­sa redu­zier­te sich um 17% von 2,8±1,1 präope­ra­tiv auf 2,3±1,2 (p=0,018).

Der chir­ur­gi­sche Erfolg betrug 90%, da bei 6 Augen ein erneu­ter antig­lau­kom­a­tö­ser Eingriff erfol­gen musste.

Des Weite­ren konsta­tier­ten die Glau­kom­spe­zia­lis­ten, dass alle Sicher­heits­pa­ra­me­ter wie BCVA, CDR, RNFL-Dicke und GC-IPL-Dicke stabil blie­ben, wohin­ge­gen die VF-MD bis zum 5. post­ope­ra­ti­ven Jahr ebenso stabil blieb, sich jedoch nach­fol­gend entspre­chend dem natür­li­chen Verlauf der Erkran­kung verschlechterte.

(tt)

Autoren: Salimi A et al.
Korrespondenz: Paul Harasymowycz; pavloh@igmtl.com
Studie: Long-term outcomes of two first-generation trabecular micro-bypass stents (iStent) with phacoemulsification in primary open-angle glaucoma: eight-year results
Quelle: Eye Vis (Lond) 2021 Nov; 16;8(1):43.
Web: dx.doi.org/10.1186/s40662-021-00263-1

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