Glau­kom und Ex-PRESS-Drai­na­ge­sys­tem versus Trabekulektomie

IOD-Reduktion erweist sich bei Trabekulektomie als stärker

13. Juni 2022

TOYAMA (Bier­mann) – Ein alter­na­ti­ves Filtra­ti­ons­ver­fah­ren zur Trabe­ku­lek­to­mie (TE) stellt die Ex-PRESS (EXP)-Glaukom-Drainage-Implantation (GDI) aus rost­frei­em Stahl und ohne Ventil­me­cha­nis­mus dar. Wie die Autoren einer aktu­el­len Arbeit berich­ten, senken beide Thera­pie­op­tio­nen den Augen­in­nen­druck (IOD) bei Pati­en­ten mit primä­rem Offen­win­kel­glau­kom (POWG) signi­fi­kant und sind geeig­ne­te Maßnah­men auch bei nied­ri­gen präope­ra­ti­ven IOD-Werten. Eine TE senkt dabei den IOD stär­ker als ein EXP-Implan­tat, führt aber auch häufi­ger zu Kompli­ka­tio­nen, so die Verfas­ser der Veröffentlichung.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 72 Pati­en­ten mit POWG und einem präope­ra­ti­ven IOD ≤16 mmHg unter der Thera­pie mit Antig­lau­kom­a­to­sa (AGM), bei denen eine EXP-Implan­ta­ti­on (n=34) oder eine TE (n=38) durch­ge­führt wurde, in ihre retro­spek­ti­ve nicht­ran­do­mi­sier­te Studie auf.

Die Arbeits­grup­pe verglich die chir­ur­gi­schen Ergeb­nis­se, den post­ope­ra­ti­ven IOD, die Anzahl einge­setz­ter AGM, die Reduk­ti­ons­ra­te der kornea­len Endo­thel­zell­dich­te (ECD), die Sehschär­fe (VA) sowie die post­ope­ra­ti­ven Kompli­ka­tio­nen zwischen beiden Grup­pen. Die Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug >2 Jahre.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass beide chir­ur­gi­schen Inter­ven­tio­nen zu einer signi­fi­kan­ten Abnah­me des IOD führ­ten (p<0,001). Nach den 2 Jahren verrin­ger­te sich der IOD in der EXP-Gruppe von 13,4±2,3 mmHg zu Studi­en­be­ginn auf 10,2±3,1 mmHg sowie in der TE-Gruppe von 13,5±2,0 mmHg auf 8,9±3,2 mmHg.

Des Weite­ren konsta­tier­ten die Glau­kom­spe­zia­lis­ten, dass keine signi­fi­kan­ten Unter­schie­de im Hinblick auf den direkt post­ope­ra­ti­ven IOD (p=0,076), auf die Anzahl an post­ope­ra­tiv einge­setz­ter AGM (p=0,263), auf die Erfolgs­ra­te (p=0,900), auf die Reduk­ti­ons­ra­te der ECD (p=0,410) sowie auf die post­ope­ra­ti­ve VA (p=0,174) auftra­ten. Die Rate an IOD-Verrin­ge­rung erwies sich hinge­gen bei den TE-Augen als signi­fi­kant höher gegen­über den EXP-Augen (p=0,047).

(tt)

Autoren: Otsuka M et al.
Korrespondenz: Naoki Tojo; tojo2005nm@yahoo.co.jp
Studie: Ex-PRESS® surgery versus trabeculectomy for primary open-angle glaucoma with low preoperative intraocular pressure
Quelle: Int Ophthalmol 2022; May 10 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1007/s10792-022-02335-0

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