Glau­kom und Drainagesysteme

PAUL-Implantat zeigt gutes Sicherheits- und Wirksamkeitsprofil

6. Januar 2022

LISSABON (Bier­mann) – Bei dem PAUL-Glau­kom-Implan­tat (PGI) handelt es sich um ein neues Drai­na­ge-System ohne Ventil­me­cha­nis­mus mit einem feinen Sili­kon­schlauch, der intra­ope­ra­tiv mit einem resor­bier­ba­ren Vinyl-Faden ligiert wird, um eine Hypo­to­nie des Bulbus post­ope­ra­tiv zu vermei­den. Wie die Autoren einer aktu­el­len Studie aus Portu­gal berich­ten, zeigen die 1‑Jahresergebnisse, dass das PGI bei Pati­en­ten mit mittel­schwe­rem bis schwe­rem Glau­kom im Hinblick auf das Sicher­heits- und Wirk­sam­keits­pro­fil eine geeig­ne­te Thera­pie­al­ter­na­ti­ve zu den gängi­gen Drai­na­ge­sys­te­men darstellt.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten im Zeit­raum Dezem­ber 2018 bis Januar 2020 in ihrer retro­spek­ti­ven Kohor­ten­stu­die medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen zu 21 Pati­en­ten (24 Augen), bei denen ein PGI-System mit einem einheit­li­chen, stan­dar­di­sier­ten chir­ur­gi­schen Verfah­ren, welches die Anwen­dung von Mito­my­cin C und eine resor­bier­ba­re Vicryl-Liga­tur des Schlau­ches umfass­te, implan­tiert wurde. Die Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug ≥ 12 Monate.

Die Arbeits­grup­pe legte als primä­ren Endpunkt eine Senkung des Augen­in­nen­drucks (IOD) nach 12 Mona­ten fest. Die Gruppe defi­nier­te einen chir­ur­gi­schen Erfolg als einen IOD von ≤18 mmHg, eine Reduk­ti­on des IOD um ≥30% und eine Verrin­ge­rung des IOD um >5 mmHg. Ein abso­lu­ter Erfolg wurde erreicht, wenn keine Antig­lau­kom­a­to­sa mehr erfor­der­lich waren, ansons­ten bestand ein quali­fi­zier­ter Erfolg mit antig­lau­kom­a­tö­ser Medikation.

Das media­ne Alter der Pati­en­ten zum Zeit­punkt der Opera­ti­on betrug 42 Jahre (Bereich 1–76 Jahre).

Die Forscher ermit­tel­ten, dass sich der IOD von präope­ra­tiv 31,4 ± 10 mmHg auf 12,5 ± 4,3 mmHg bei der Jahres­kon­trol­le verrin­ger­te (p<0,001). Des Weite­ren stell­ten die Glau­kom­spe­zia­lis­ten fest, dass 75% der Augen einen quali­fi­zier­ten Erfolg erreich­ten, während ein abso­lu­ter Erfolg bei 33% der Fälle vorlag. Die mitt­le­re Anzahl Antig­lau­kom­a­to­sa sank ebenso von präope­ra­tiv 3,0 auf 0,9 einge­setz­te Medi­ka­men­te nach 12 Mona­ten (p<0,001). Darüber hinaus wurde keine post­ope­ra­ti­ve Hypo­to­nie, die eine Inter­ven­ti­on erfor­dert hätte, beobachtet.

(tt)

Autoren: José P et al.
Korrespondenz: Patricia Jose; patricialopes1@campus.ul.pt
Studie: One-Year Efficacy and Safety of the PAUL Glaucoma Implant Using a Standardized Surgical Protocol
Quelle: J Glaucoma 2021; Dec 21 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1097/IJG.0000000000001969

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