Glau­kom-Diagnos­tik mithil­fe von OCT und OCT‑A

Strukturelle Parameter haben stärkeren diagnostische Wert als vaskuläre

19. Januar 2022

CHELTENHAM (Bier­mann) – Wie die Autoren einer aktu­el­len Arbeit berich­ten, kann mithil­fe von peri­pa­pil­lä­ren und maku­lä­ren struk­tu­rel­len Para­me­tern genau­er zwischen Pati­en­ten mit Glau­kom, Pati­en­ten mit Verdacht auf Glau­kom (GS) und gesun­den Teil­neh­mern (HC) diffe­ren­ziert werden als mittels vasku­lä­rer Parameter.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 196 Augen von 81 Pati­en­ten mit Glau­kom, 48 Pati­en­ten mit GS sowie 67 HC in ihre prospek­ti­ve Quer­schnitts­stu­die ein. Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te mithil­fe der OCT und OCT-Angio­gra­phie (OCT‑A) die peri­pa­pil­lä­re reti­na­le Nerven­fa­ser­schicht (pRNFL), die Dicke der maku­lä­ren Gangli­en­zell­schicht-Innere-Plexi­for­me-Schicht (mGCIPL), die radia­le peri­pa­pil­lä­re Kapil­lar- Perfu­si­ons­dich­te (RPC-RD) und die maku­lä­re GCIPL-Perfu­si­ons­dich­te (mGCIPL-PD).

Die Para­me­ter wurden regio­nal mittels logis­ti­scher Regres­si­on und global mittels Algo­rith­men des Maschi­nel­len Lernens analy­siert. Die diagnos­ti­sche Leis­tung evalu­ier­ten die Studi­en­au­toren mithil­fe der Fläche unter der Grenz­wert­op­ti­mie­rungs­kur­ve (AUROC).

Die Forscher ermit­tel­ten, dass Pati­en­ten mit Glau­kom leich­te bis mittel­schwe­re Schä­den aufwie­sen (MD ‑3,3dB).

Bei der Unter­schei­dung zwischen Pati­en­ten mit Glau­kom und HC erga­ben sich bei der pRNFL-Dicke höhere AUROC-Werte als bei der RPC-PD: bspw. für die supe­rio­ren Quadran­ten (0,86 vs.0,54; p<0,001), die infe­rio­ren (0,90 vs. 0,71; p<0,001) sowie die tempo­ra­len Quadran­ten (0,65 vs. 0,51; p=0,02).

Ebenso zeigte die Dicke der mGCIPL höhere Werte der AUROC als die GCIPL-PD: bspw. für die supe­rio­ren (0,72 vs. 0,57; p=0,004), die infe­rio­ren (0,87 vs. 0,69; p<0,001) sowie die infero­tem­po­ra­len Sekto­ren (0,78 vs. 0,65; p=0,012).

Darüber hinaus stell­ten die Exper­ten fest, dass alle struk­tu­rel­len Multi­sek­tor-Indi­zes gegen­über den vasku­lä­ren Indi­zes eine höhere diagnos­ti­sche Leis­tung aufwie­sen (p<0,001). Zudem über­tra­fen auch die kombi­nier­ten struk­tu­rell-vasku­lä­ren Indi­zes nicht die allei­ni­gen struk­tu­rel­len Indizes.

In etwa ähnli­che Ergeb­nis­se konsta­tier­ten die Autoren beim Unter­schied zwischen Glau­kom und GS.
(tt)

Autoren: Rabiolo A et al.
Korrespondenz: Allessandro Rabilolo; rabiolo.allessondro@gmail.com
Studie: Combining Structural and Vascular Parameters to Discriminate Among Glaucoma Patients, Glaucoma Suspects, and Healthy Subjects.
Quelle: Transl Vis Sci Technol 2021; Dec 1;10(14):20.
Web: dx.doi.org/10.1167/tvst.10.14.20

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