Glau­kom bei Uvei­tis und Skleritis

Studie präsentiert Risikofaktoren

7. Juni 2022

AUCKLAND (Bier­mann) – Bei Pati­en­ten, die an einer Uvei­tis oder Skle­ri­tis leiden, erhöht sich das Risiko für ein Glau­kom mit dem Lebens­al­ter, bei einem gestei­ger­ten Augen­in­nen­druck (IOD), einem chro­ni­schen Verlauf der Inflamma­ti­on sowie bei einem zysto­iden Maku­la­ö­dem (CMÖ). Dieses Fazit ziehen die Autoren einer aktu­el­len Arbeit.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen retro­spek­tiv 2414 Pati­en­ten (3462 Augen; medi­a­nes Alter 44,3 Jahre; 1189 Frauen [49,3%]), bei denen im Zeit­raum 2006 bis 2019 in der Augen­kli­nik der Univer­si­tät Auck­land (Neusee­land) eine Uvei­tis oder Skle­ri­tis diagnos­ti­ziert wurde, in ihr Review ein. Pati­en­ten wurden ausge­schlos­sen, wenn ein Glau­kom ande­rer Ursa­che fest­ge­stellt wurde. Die Arbeits­grup­pe legte als Haupt­end­punkt die Entwick­lung eines Glau­koms fest. Daten zur Thera­pie mit topi­schen Corti­cos­te­ro­iden waren nicht verfügbar.

Die mitt­le­re Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug 5,7 Jahre (gesam­te Nach­be­ob­ach­tungs­zeit 19.897 Augenjahre).

Die Forscher ermit­tel­ten, dass 222 Augen (6,3%) im Laufe des Studi­en­zeit­raums ein Glau­kom entwi­ckel­ten. Das kumu­la­ti­ve 5‑Jah­res-Risiko für ein Glau­kom lag bei 6,2% (95%-KI 5,0–7,5) für eine ante­rio­re Uvei­tis, bei 5,4% (95%-KI 3,2–9,0) für eine inter­me­diä­re, bei 1,6% (95%-KI 0,4–6,7) für eine poste­rio­re Uvei­tis, bei 8,7% (95%-KI 6,5–11,7) für eine Panu­vei­tis sowie bei 3,2% (95%-KI 1,0–9,5) für eine Skleritis.

Darüber hinaus konsta­tier­ten die Exper­ten, dass sich das kumu­la­ti­ve 5‑Jah­res-Risiko für ein Glau­kom als am gerings­ten bei einer HLA-B27-Uvei­tis mit 0,9% (95%-KI 0,4–2,1) und als am höchs­ten bei einer virus­be­ding­ten Uvei­tis mit 15,1% (95%-KI 10,1–22,3) erwies, gefolgt von einer Sarko­ido­se-beding­ten Uvei­tis mit 9,9% (95%-KI 6,1–15,9) sowie einer Tuber­ku­lo­se-asso­zi­ier­ten Uvei­tis mit 9,7% (95%-KI 5,4–17,0).

Mithil­fe der multi­va­ria­ten Analy­se iden­ti­fi­zier­ten die Forschen­den als Risi­ko­fak­to­ren für ein Glau­kom das höhere Lebens­al­ter bei Erst­vor­stel­lung, eine okulä­re Hyper­ten­si­on, einen chro­ni­schen Verlauf sowie ein CMÖ.

Die Autoren beto­nen abschlie­ßend, dass ein geziel­tes Glau­kom-Scree­ning bei diesem Pati­en­ten­kol­lek­tiv erfor­der­lich ist, um irrever­si­ble glau­kom­a­tö­se Schä­den des Sehner­vens zu vermeiden.

(tt)

Autoren: Niederer RL et al.
Korrespondenz: Rachael L Niederer; rachaeln@adhb.govt.nz
Studie: Predictors of glaucoma in patients with uveitis and scleritis
Quelle: Eye (Lond) 2022; May 24 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1038/s41433-022-02101-7

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