Glau­kom bei Myopie und Kanalo­plas­tik versus Trabekulektomie

Kanaloplastik mit MMC führt zu weniger postoperativer Hyperfiltration

2. Mai 2022

KÖLN (Bier­mann) – Myope Augen neigen nach filtrie­ren­der Glau­kom­chir­ur­gie aufgrund einer verdünn­ten Sklera zu einer post­ope­ra­ti­ven Über­fil­tra­ti­on und deren Folgen. Wie die Autoren einer aktu­el­len Arbeit nun berich­ten, tritt diese Kompli­ka­ti­on nach einer mit Mito­my­cin C (MMC) modi­fi­zier­ten Kanalo­plas­tik (CP) zwar selte­ner auf als nach einer Trabe­ku­lek­to­mie (TE) mit MMC, die post­ope­ra­ti­ve Reduk­ti­on des Augen­in­nen­dru­ckes (IOD), die Erfolgs­ra­ten und die Rate an Pati­en­ten, bei denen post­ope­ra­tiv einge­setz­te Antig­lau­kom­a­to­sa (AGM) erfor­der­lich sind, erreicht jedoch nicht die Ergeb­nis­se einer TE mit MMC.

In ihre retro­spek­ti­ve Single-Surge­on-Studie schlos­sen die Wissen­schaft­ler 26 Pati­en­ten (31 Augen) mit Myopie (mitt­le­res sphä­ri­sches Äqui­va­lent [SE] ‑8,4 ±4,5 dpt) ein, bei denen eine CP mit MMC durch­ge­führt wurde. Die Arbeits­grup­pe bewer­te­te die jähr­li­chen Ergeb­nis­se und Erfolgs­ra­ten. Die Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug 40 ±26 Monate.

Die Vergleichs­grup­pe bilde­ten 16 myope Pati­en­ten (23 Augen; SE ‑7,5±3,7 dpt), bei denen über­wie­gend im Zeit­raum vor der CP eine TE mit MMC vom glei­chen Opera­teur erfolgt war.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass sich der IOD 1 Jahr post­ope­ra­tiv in der CP-Gruppe von 32,3±9,6 mmHg (Bereich 17–58) auf 16,8±8,1 mmHg (5–44) verrin­ger­te (-46%; p<0,001) bei gleich­zei­ti­ger Reduk­ti­on der Anzahl an AGM von 5 auf 1,2 (p<0,001).

Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten fest, dass die quali­fi­zier­te Erfolgs­ra­te (Krite­ri­um B: kein Revi­si­ons­ein­griff, IOD<21 mmHg; IOD-Reduk­ti­on >20%) in der CP-Gruppe nach 1 Jahr bei 83% sowie nach 2 und 3 Jahren bei 61% lag, während diese in der TE-Gruppe nach 1 Jahr 91% sowie nach 2 und 3 Jahren 86% erreichte.

Demge­gen­über entwi­ckel­ten 5 Augen (16%) der CP-Pati­en­ten nach ≤90 Tagen post­ope­ra­tiv eine okulä­re Hypo­to­nie (≤5 mmHg), während 10 Augen (44%) der TE-Pati­en­ten diese Kompli­ka­ti­on aufwie­sen (p=0,035). Bei 2 Augen (7%) der CP-Gruppe trat eine tran­si­en­te Ader­haut­amo­tio und ‑schwel­lung auf gegen­über 4 Augen (17%) der TE-Gruppe, die eine Ader­haut­amo­tio oder Maku­la­fal­ten zeigten.

(tt)

Autoren: Dooling V et al.
Korrespondenz: Vivienne Dooling; vivienne.dooling@uk-koeln.de
Studie: Is canaloplasty with mitomycin c a safe procedure in myopic glaucoma?
Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 2022; Apr 18 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1007/s00417-022-05655-0

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