Gamma-Knife-Radio­chiru­gie bei Ader­haut­me­l­a­no­men

Vorhersagefaktoren für radiogene Komplikationen können hilfreich sein

22. März 2021

MAILAND (Bier­mann)  In einer aktu­el­len Studie haben deren Autoren Risi­ko­fak­to­ren unter­sucht, die zu strah­len­in­du­zier­ten Kompli­ka­tio­nen nach Gamma-Knife-Radio­chir­ur­gie (GKR) von Ader­haut­me­l­a­no­men (UM) geführt haben könn­ten.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 194 Pati­en­ten (99 Männer; 51%) mit einem UM in die retro­spek­ti­ve longi­tu­di­na­le Kohor­ten­stu­die ein. Die GKR erfolg­te zwischen Juni 1994 und Novem­ber 2018 im ophthal­mo­lo­gi­schen Onko­lo­gie-Zentrum des San Raffae­le Wissen­schafts-Insti­tu­tes in Mailand, Itali­en.

Die Forscher doku­men­tier­ten die GKR-beding­ten Kompli­ka­tio­nen. Die Varia­blen, die mit jeder Kompli­ka­ti­on asso­zi­iert waren, wurden mithil­fe multi­va­ria­bler Cox-Model­le unter­sucht und durch logis­ti­sche Regres­si­ons­ana­ly­sen bestä­tigt.

In der Choroidea lagen 184 UM (95%). Die mitt­le­re Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug 57 (6–286) Monate. Bei 182 Augen (94%) konnte eine stabi­le Tumor­kon­trol­le erreicht werden.

Die Ophthal­mo­lo­gen stell­ten  bei 152 Augen (78%) mindes­tens 1 radio­ge­ne Kompli­ka­ti­on fest.

Eine radio­ge­ne Reti­no­pa­thie (RR) trat bei 67 Augen (35%) im Mittel nach 23 Mona­ten auf. Ein höhe­res Lebens­al­ter erwies sich als protek­tiv hinsicht­lich einer RR (HR 0,97; 95%-KI 0,95–0,99; p=0,02). Eine radio­ge­ne Opti­kus­neu­ro­pa­thie (RP) wurde bei 35 Augen (18%) nach einem Median von 14 Mona­ten diagnos­ti­ziert. Bei einer maku­lä­ren oder peri­pa­pillä­ren Tumor­la­ge war das RP-Risiko erhöht (HR 3,06; 95%-KI 1,52–6,16; p=0,002), wohin­ge­gen sich ein höhe­res Lebens­al­ter erneut als protek­tiv erwies (HR 0,95; 95%-KI 0,93–0,98; p=0,001). 53 Augen (27%) entwi­ckel­ten ein neovas­ku­lä­res Sekun­där­glau­kom (NVG) nach im Mittel 28 Mona­ten. Die Arbeits­grup­pe ermit­tel­te als Haupt-Risi­ko­fak­to­ren für diese Kompli­ka­ti­on die Tumor­di­cke (HR 4,41; 95%-KI 2,23–8,72; p<0,001) sowie die peri­pa­pillä­re Tumor­la­ge (HR 2,78; 95%-KI 1,46–5,27; p=0,002).

Abschlie­ßend resü­mie­ren die Forscher, dass das Wissen um die prädik­ti­ven Fakto­ren für strah­len­be­ding­te Kompli­ka­tio­nen nach GKR zu einer besse­ren Bera­tung und Thera­pie­pla­nung führen könnte.

(tt)

Autoren: Cicinelli MV et al.
Korrespondenz: Maria Cicinelli; cicinelli.mariavittoria@hsr.it
Studie: Predictive factors of radio-induced complications in 194 eyes undergoing gamma knife radiosurgery for uveal melanoma
Quelle: Acta Ophthalmol 2021; Feb 26 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1111/aos.14814

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