Gabe von VEGF-Hemmern

Diskrepanz zwischen Real-Life-Daten und Zulassungsstudien in Frankreich

20. Juni 2021

SAINT-DENIS (Bier­mann) – Unter realen Bedin­gun­gen wird in der fran­zö­si­schen Bevöl­ke­rung selte­ner Anti-VEGF verab­reicht als in den Zulas­sungs­stu­di­en mit monat­li­chen Sche­ma­ta, so das Ergeb­nis einer Beob­ach­tungs­stu­die. Auch finden weni­ger Kontroll­un­ter­su­chun­gen statt. Die Ergeb­nis­se könn­ten auf einen Mangel an syste­ma­ti­schem Moni­to­ring hinwei­sen, der mit einer gerin­ge­ren Injek­ti­ons­zahl und/oder einer Präfe­renz für flexi­ble­re und perso­na­li­sier­te Injek­ti­ons­sche­ma­ta zusam­men­hängt, resü­mie­ren die Studienautoren.

Die Beob­ach­tungs­stu­die wurde mit erwach­se­nen Pati­en­ten durch­ge­führt, die intra­vit­re­al mit Rani­bi­zumab oder Afli­ber­cept behan­delt wurden. Dafür verwen­de­ten die Forscher die Daten­ban­ken der fran­zö­si­schen natio­na­len Kran­ken­ver­si­che­run­gen, die 99% der fran­zö­si­schen Bevöl­ke­rung abde­cken. Pati­en­ten, die zum Studi­en­zeit­punkt im Jahr 2018 behan­delt wurden, wurden in einen Quer­schnitts­an­satz einge­schlos­sen, um die Behand­lungs­ge­schich­te der letz­ten 6 Jahre zu beschrei­ben. Pati­en­ten, die zwischen 2014 und 2018 neu behan­delt wurden, wurden in einen Längs­schnitt­an­satz einge­schlos­sen, um das Behand­lungs­ma­nage­ment während der Nach­be­ob­ach­tung von bis zu 6 Jahren zu beschrei­ben. In beiden Popu­la­tio­nen wurden sozio­de­mo­gra­phi­sche Merk­ma­le und die Kran­ken­ge­schich­te beschrie­ben. Die Analy­sen wurden auf Pati­en­ten­ebe­ne durch­ge­führt, da keine Unter­schei­dung zwischen den Augen gemacht werden konnte.

Einge­schlos­sen waren insge­samt 224.775 aktu­el­le Anwen­der von intra­vit­rea­lem anti-VEGF im Jahr 2018 (mitt­le­res Alter 78,1 ±11,3 Jahre, 60% weib­lich) und 330.969 neue Anwen­der zwischen 2014 und 2018 (mitt­le­res Alter 75,9 ±12,0 Jahre, 59% weib­lich). In beiden Popu­la­tio­nen traten häufig kardio­vasku­lä­re Komor­bi­di­tä­ten oder Risi­ko­fak­to­ren auf, und die wich­tigs­ten Behand­lungs­in­di­ka­tio­nen waren eine alters­ab­hän­gi­ge Maku­la­de­ge­ne­ra­ti­on und ein diabe­ti­sches Makulaödem.

Bei den aktu­el­len Anwen­dern von intra­vit­rea­lem Anti-VEGF betrug die durch­schnitt­li­che Anzahl der Behand­lungs­jah­re 2,9 ±2,0 Jahre mit durch­schnitt­lich 13,7 ±11,8 Verab­rei­chun­gen. Im Längs­schnitt­ver­fah­ren wurde zwischen 2014 und 2018 ein Anstieg initia­ler intra­vit­rea­ler Anti-VEGF-Gaben um 26% beob­ach­tet. Bei den neuen Anwen­dern betrug die durch­schnitt­li­che Anzahl der Behand­lungs­jah­re 1,6 ±1,6 und 67% hatten wenigs­tens drei Verab­rei­chun­gen inner­halb der ersten drei Monate. Bei 83% der neuen Anwen­der wurde eine Behand­lungs­un­ter­bre­chung beob­ach­tet, die durch­schnitt­lich 6,1 ±8,1 Monate nach Beginn der Behand­lung auftrat. Die durch­schnitt­li­che Zahl der Appli­ka­tio­nen betrug im ersten Jahr 4,8 ±2,8 und im zwei­ten Jahr 2,2 ±2,9. Die durch­schnitt­li­che Anzahl der Augen­un­ter­su­chun­gen betrug im ersten Jahr 6,5 ±4,7 und im zwei­ten Jahr 4,6 ±4,4.

(isch)

 

Autoren: Billioti de Gage S et al.
Korrespondenz: Sophie Billioti de Gage; sophie.billioti-de-gage@ansm.sante.fr
Studie: Intravitreal anti-VEGF use in France: a cross-sectional and longitudinal Nationwide observational study
Quelle: Acta Ophthalmol 2021 Jun 14.
Web: https://doi.org/10.1111/aos.14929

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