Fuchs´sche Endo­thel­dys­tro­phie

Hyperosmolare Augentropfen haben keinen Einfluss auf das morgendliche Hornhautödem

14. Juni 2021

FREIBURG (Bier­mann) – Die doppel­blin­de, rando­mi­sier­te und kontrol­lier­te EDEMAS-Studie (Eye Drops for Early Morning-Asso­cia­ted Swel­ling) unter­such­te den Effekt von hyper­os­mo­la­ren Augen­trop­fen auf das Horn­haut­ödem bei Fuchs´scher Endotheldystrophie.

Einge­schlos­sen wurden 68 Pati­en­ten mit ausschließ­lich stroma­lem Horn­haut­ödem, welche bereits für eine DMEK vorge­se­hen waren.
Jeweils ein Auge erhielt hyper­os­mo­la­re Augen­trop­fen, das andere Auge künst­li­che Tränen (Place­bo). Die Pati­en­ten wurden für die Base­li­ne-Daten nach­mit­tags unter­sucht. Am folgen­den Morgen erfolg­te eine Unter­su­chung mittels Scheim­pflug-Tomo­gra­phie direkt nach dem Öffnen der Augen. Danach erhiel­ten die Teil­neh­mer zwei­mal Augen­trop­fen. Die Bild­ge­bung wurde halb­stünd­lich für vier Stun­den wiederholt.
Primä­rer Endpunkt war die Verrin­ge­rung der zentra­len Horn­haut­di­cke eine Stunde nach Öffnen der Augen. Als sekun­dä­re Endpunk­te wurden Horn­haut­di­cke, Visus, subjek­ti­ve visu­el­le Funk­ti­on, Blen­dung und Neben­wir­kun­gen festgelegt.

Insge­samt erhiel­ten 59 Augen hyper­os­mo­la­re Augen­trop­fen und 55 Augen ein Place­bo. Die Horn­haut­di­cke lag nach Augen­öff­nen bei 626 μm im Behand­lungs­arm und bei 622 μm im Place­bo-Arm. Somit fand sich ein morgend­li­ches Ödem mit einer Zunah­me der Horn­haut­di­cke von +21 μm und +24 μm im Vergleich zur nach­mit­täg­li­chen Baseline-Untersuchung.
Im Behand­lungs­arm fand sich eine Abnah­me der Horn­haut­di­cke nach einer Stunde um ‑10,5 μm (95% CI, ‑12,8 bis ‑8,2 µm) im Behand­lungs­arm und um ‑11,2 μm (95% CI, ‑13,6 bis ‑8,9 µm) im Place­boarm, was einer Diffe­renz von  0,7 μm (95% CI, ‑2,0 bis 3,5; p = 0.59) entsprach.
Ein klinisch rele­van­ter Effekt von hyper­os­mo­la­ren Augen­trop­fen auf das morgend­li­che Horn­haut­ödem konnte somit nicht gezeigt werden. Ein rele­van­ter Behand­lungs­ef­fekt auf Horn­haut­di­cke, Visus und Blen­dung konnte über den gesam­ten Studi­en­ver­lauf eben­falls nicht nach­ge­wie­sen werden. Die Zunah­me der subjek­ti­ven visu­el­len Funk­tio­nen war im Behand­lungs­arm weni­ger rasch als im Place­boarm, bei im Behand­lungs­arm häufi­ger auftre­ten­den Neben­wir­kun­gen wie Bren­nen der Augen (Behand­lungs­arm 30 Augen, Place­boarm 1 Auge).

Die EDEMAS-Studie konnte somit keinen klinisch signi­fi­kan­ten Einfluss von hyper­os­mo­la­ren Augen­trop­fen auf das morgend­li­che Stroma­ö­dem bei Fuchs´scher Endo­thel­dys­tro­phie nach­wei­sen. Bei zudem häufig auftre­ten­den Neben­wir­kun­gen könne ein routi­ne­mä­ßi­ger Einsatz dieser Augen­trop­fen nicht unter­stützt werden, so die Autoren.

(ak)

Autoren: Zander D et al.
Korrespondenz: katrin.wacker@uniklinik-freiburg.de
Studie: Hyperosmolar eye drops for diurnal corneal edema in Fuchs' endothelial dystrophy: a double-blind randomized-controlled trial
Quelle: Ophthalmology. 2021 Apr 20;S0161-6420(21)00286-4
Web: https://doi.org/10.1016/j.ophtha.2021.04.015. Online ahead of print.

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