Fuchs´sche Endo­thel­dys­tro­phie

Blendung, Schleiersehen und Unscharfsehen nach DMEK nicht immer morphologisch begründet

22. März 2022

FRANKFURT (Bier­mann) – Inner­halb einer drei­mo­na­ti­gen Nach­be­ob­ach­tungs­zeit nach DMEK (Desce­met membra­ne endo­the­li­al kera­to­plas­ty) bei Pati­en­ten mit Fuchs´scher Endo­thel­dys­tro­phie (FED) wurden in einer prospek­ti­ven Fall­se­rie die Verän­de­run­gen in der Quali­tät des Sehens untersucht.
Die Analy­se schloss 51 Pati­en­ten ein, welche bei FED eine DMEK erhal­ten hatten. Einbe­zo­gen wurden als primä­rer Endpunkt die Quali­tät des Sehens (QoV-Frage­bo­gen) sowie als sekun­dä­re Endpunk­te mit der Scheim­pflug-Kamera erho­be­ne Para­me­ter des ante­rio­ren Augen­ab­schnitts, korri­gier­ter Fern­vi­sus (CDVA) und die Endo­thel­zell­dich­te (ECD).

Die häufigs­ten post­ope­ra­tiv berich­te­ten Sympto­me waren Blen­dung, Schlei­ers­e­hen, Unscharf­se­hen und ein schwan­ken­der Visus. Die Scores für Schwe­re und Frequenz stören­der Sympto­me zeig­ten im Verlauf nach DMEK eine signi­fi­kan­te Reduk­ti­on (P < 0,01). Blen­dung und Visus­schwan­kun­gen persis­tier­ten in gewis­sem Ausmaß während der gesam­ten Nach­be­ob­ach­tungs­zeit (Median Score = 1). Präope­ra­tiv korre­lier­te die Horn­haut-Densit­ro­me­trie mode­rat bis wenig mit Schwe­re (rs = 0,39; P = 0,03) und Frequenz (rs = 0,26; P = 0,02) von Schlei­ers­e­hen und Verschwom­men­se­hen (rs = 0.27; P = 0.03). CDVA und  zentra­le Horn­haut­di­cke (CCT) korre­lier­ten nicht mit beklag­ten Symptomen.

Die anhand von Pati­en­ten­be­rich­ten erho­be­nen Sympto­me könn­ten unter Umstän­den als Instru­ment zur Beur­tei­lung des Verlaufs nach DMEK bei FED einge­setzt werden, wenn berich­te­te Sympto­me sich nicht direkt auf morpho­lo­gi­sche Para­me­ter und den Visus zurück­füh­ren lassen.  (ak)

Autoren: Ademmer V et al.
Korrespondenz: kohnen@em.uni-frankfurt.de
Studie: Impact of DMEK on visual quality in patients with Fuchs' endothelial dystrophy
Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol. 2022 Feb;260(2):521-528
Web: https://doi.org/10.1007/s00417-021-05334-6

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.