Fuchs-Endo­thel­dys­tro­phie

Netarsudil-Augentropfen als mögliche Therapieption

26. März 2021

INDIANAPOLIS (Bier­mann)  In einer aktu­el­len Studie haben deren Autoren gezeigt, dass Netar­su­dil 0,02% Augen­trop­fen (Off-Label) bei der Fuchs-Endo­thel­dys­tro­phie gute Erfol­ge hinsicht­lich einer Verrin­ge­rung des Horn­haut­ödems und einer Verbes­se­rung der skoto­pi­schen korri­gier­ten Fern­seh­schär­fe (CDVA) liefert.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 29 Pati­en­ten mit sympto­ma­ti­scher Fuchs´scher Horn­haut­dys­tro­phie in die prospek­ti­ve klini­sche Pilot-Studie ein. Die Pati­en­ten erhiel­ten nach Rando­mi­sie­rung 3 Monate lang 1‑mal täglich Netar­su­dil- oder Place­bo-Augen­trop­fen. Haupt­end­punkt war die Verän­de­rung der zentra­len Horn­haut­di­cke zwischen Behand­lungs­be­ginn und 1 Monat und 3 Mona­ten. Zu den sekun­dä­ren Endpunk­ten zähl­ten die Ände­rung der skoto­pi­schen CDVA nach 3 Mona­ten und die Ände­rung der Ergeb­nis­se auf einem Frage­bo­gen zur Sehbe­hin­de­rung, der für die Verwen­dung mit Fuchs-Dystro­phie vali­diert wurde,

Netar­su­dil führte zu einer signi­fi­kan­ten Verrin­ge­rung der zentra­len Horn­haut­di­cke, nach 1 Monat mit einem mitt­le­ren Unter­schied von ‑20µm (95%-KI ‑32 bis ‑9) und nach 3 Mona­ten mit einem mitt­le­ren Unter­schied von ‑26µm (95%-KI ‑39 bis ‑12). Ebenso stell­ten die Exper­ten eine signi­fi­kan­te Verbes­se­rung der skoto­pi­schen CDVA nach 3 Mona­ten fest (mitt­le­rer Unter­schied +1,6 Linien; 95%-KI 0,2–3,0). Die Ergeb­nis­se des Frage­bo­gens zu Sehbin­de­rung änder­te sich jedoch weder in den Grup­pen signi­fi­kant, noch unter­schie­den sie sich signi­fi­kant zwischen den Grup­pen. Ein Pati­ent der Netar­su­dil-Gruppe, der zu Thera­pie­be­ginn Epithel­bull­ae aufwies, brach die Thera­pie aufgrund von beein­träch­ti­gen­den Blen­dungs­phä­no­me­nen ab.

Die Forscher beto­nen abschlie­ßend, dass weite­re Studi­en erfor­der­lich seien, um die Pati­en­ten­zu­frie­den­heit und die Sehschär­fe unter verschie­de­nen Licht­be­din­gun­gen besser beur­tei­len und auch Neta­sur­dil mit ande­ren Behand­lungs­mög­lich­kei­ten wie der DMEK (Desce­met Membra­ne Endo­the­li­al Kera­to­plas­ty) verglei­chen zu können.

(tt)

Autoren: Price MO et al.
Korrespondenz: Marianne Price; mprice@cornea.org
Studie: Randomized, Double-Masked Trial of Netarsudil 0.02% Ophthalmic Solution for treatment of corneal edema in Fuchs dystrophy
Quelle: Am J Ophthalmol 2021; Mar 15;S0002:-9394 (21)00119-7.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ajo.2021.03.006

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