Fuchs-Endo­thel-Horn­haut­dys­tro­phie

Funktionelle Wiederherstellung von Hornhautendothelzellen mit ROCK-Inhibitor

15. Januar 2021

ERLANGEN (Bier­mann) – Die Daten einer neuen Studie stüt­zen das Konzept, dass die Inhi­bi­ti­on der Rho-assoziierten-Kinase(ROCK)-Signalübertragung ein wirk­sa­mes Instru­ment bei rege­ne­ra­ti­ven Thera­pien für Pati­en­ten mit Fuchs-Endo­thel-Horn­haut­dys­tro­phie (FECD) darstellt.

Dabei wird den Autoren zufol­ge die Zell­pro­li­fe­ra­ti­on und ‑migra­ti­on reak­ti­viert sowie die Endo­thel­pum­pen- und Barrie­re­funk­ti­on wieder­her­ge­stellt, ohne dass nach­tei­li­ge phäno­ty­pi­sche Verän­de­run­gen hervor­ge­ru­fen werden.

Die Wissen­schaft­ler analy­sier­ten die Wirkung des ROCK-Inhi­bi­tors Ripa­su­dil auf Horn­hau­tendo­thel­zel­len von FECD-Pati­en­ten und norma­len Spen­dern unter Verwen­dung von Ex-vivo-Gewebe- und In-vitro-Zellmodellen.

Unter­sucht wurden Endo­thel­zell-Desce­met­mem­bran-Lamel­len von FECD-Pati­en­ten (n=450), die sich einer DMEK (Desce­met Membra­ne Endo­the­li­al Kera­to­plas­ty; FECD-Ex-vivo-Modell) unter­zo­gen, sowie norma­le Spen­der­horn­häu­te (n=30) nach Abra­si­on zentra­ler Endo­thel­zel­len (Ex-vivo-Wund­hei­lungs­mo­dell), norma­le Spen­der­horn­häu­te (n=20) ohne Endo­thel­ver­let­zung und immor­ta­li­sier­ter Zell-Linien (n=3) von FECD-Pati­en­ten (FECD-In-vitro-Modell). Desce­met­mem­bran-Lamel­len wurden in Hälf­ten zerlegt und 24 bis 72 Stun­den in Spei­cher­me­di­um mit oder ohne eine Einzel­do­sis von 30 μM Ripa­su­dil inkubiert.

Die Studi­en­au­toren stell­ten fest, dass 1 Einzel­do­sis Ripa­su­dil eine signi­fi­kan­te Hoch­re­gu­la­ti­on von Genen und Prote­inen im Zusam­men­hang mit dem Fort­schrei­ten des Zell­zy­klus, der Zell­ma­trixad­hä­si­on und ‑migra­ti­on sowie der Endo­thel­bar­rie­re und der Pumpen­funk­ti­on bis zu 72 Stun­den indu­zier­te. Gleich­zei­tig waren klas­si­sche Marker für Endo­thel-Mesen­chym-Tran­si­ti­on sowohl bei FECD- als auch in norma­len Proben im Vergleich zu nicht stimu­lier­ten Kontrol­len ex vivo herun­ter­re­gu­liert. Zusätz­lich zur Stimu­lie­rung der Proli­fe­ra­ti­on und Migra­ti­on konn­ten Ripa­su­dil-indu­zier­te Verän­de­run­gen in der Expres­si­on von funk­tio­nel­len Signa­tur­ge­nen auch in FECD-Zell-Linien in vitro veri­fi­ziert werden, wie die Forscher berichten.

(ac)

Autoren: Schlötzer-Schrehardt U et al.
Korrespondenz: Ursula Schlötzer-Schrehardt; ursula.schloetzer-schrehardt@uk-erlangen.de
Studie: Potential functional restoration of corneal endothelial cells in Fuchs endothelial corneal dystrophy by ROCK inhibitor (ripasudil)
Quelle: Am J Ophthalmol 2020;S0002-9394(20)30664-4.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ajo.2020.12.006

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