Früh­ge­bo­re­nen­re­ti­no­pa­thie

Erkrankungsverlauf nach intravitrealer Bevacizumab-Injektion

7. Mai 2019

PALO ALTO (Bier­mann) — Zum Behand­lungs­re­gime bei Früh­ge­bo­re­nen mit Früh­ge­bo­re­nen­re­ti­no­pa­thie (ROP) Typ 1 gehö­ren inzwi­schen auch intra­vit­rea­le Injek­tio­nen unter ande­rem mit Beva­ci­zumab. Insbe­son­de­re der Lang­zeit­ver­lauf nach einer solchen Behand­lung ist jedoch noch nicht abschlie­ßend untersucht.

In dieser Studie aus den USA wurde der Verlauf bei allen Kindern mit Typ-1-ROP unter­sucht, welche zwischen Juni 2013 und März 2018 intra­vit­rea­les Beva­ci­zumab erhal­ten hatten. Von Inter­es­se war hier­bei beson­ders, in welchem Ausmaß nicht­per­fun­dier­te Netz­haut­area­le in der Fluo­res­zen­z­an­gio­gra­phie detek­tiert werden konnten.

Nur drei Augen (3,3%) von insge­samt 92 Augen der 46 einge­schlos­se­nen Pati­en­ten wiesen eine voll­stän­di­ge Vasku­la­ri­sa­ti­on der Netz­haut auf. Von den verblei­ben­den 89 Augen zeig­ten 39 Augen (43,8%) einen Still­stand der Vasku­la­ri­sa­ti­on, wohin­ge­gen 34 Augen (38,2%) zusätz­lich eine persis­tie­ren­de vasku­lä­re Tortuo­si­tas aufwie­sen und 16 Augen (18,0%) gar eine ROP Reak­ti­vie­rung zeig­ten. Letz­te­re waren ursprüng­lich als Augen mit aggres­si­ver poste­rio­rer ROP klas­si­fi­ziert worden. Als weite­rer Risi­ko­fak­tor wurde eine asia­ti­sche Abstam­mung iden­ti­fi­ziert. Bei Augen mit reak­ti­vier­ter ROP stell­ten sich größe­re ischä­mi­sche Berei­che dar als bei Augen mit ledig­lich unvoll­stän­di­ger Vasku­la­ri­sie­rung mit oder ohne persis­tie­ren­de Tortuo­si­tas (112,1 mm2 gegen­über 72,5 mm2 und 56,6 mm2). Ein jünge­res Gesta­ti­ons­al­ter bei Geburt war ein unab­hän­gi­ger Vorher­sage­fak­tor für das Auftre­ten einer persis­tie­ren­den Tortuo­si­tas im Vergleich zu einer ledig­lich unvoll­stän­di­gen Vaskularisation.

Es müsse somit davon ausge­gan­gen werden, dass eine inkom­plet­te Netz­haut­vasku­la­ri­sa­ti­on ein häufi­ges Phäno­men nach intra­vit­rea­ler Beva­ci­zumab-Injek­ti­on darstel­len könnte, so die Autoren. Eine inkom­plet­te Vasku­la­ri­sa­ti­on seo dabei asso­zi­iert mit jünge­rem Gesta­ti­ons­al­ter, asia­ti­scher Abstim­mung und aggres­si­ver poste­rio­rer ROP. Das Vorhan­den­sein einer persis­tie­ren­den Tortuo­si­tas könnte nach Ansicht der Autoren als Indi­ka­tor für persis­tie­rend erhöh­te VEGF-Level und damit als früher Indi­ka­tor für eine poten­ti­el­le Reak­ti­vie­rung gewer­tet werden.

(ak)

Autoren: Chen TA et al.
Korrespondenz: Byers Eye Institute, Department of Ophthalmology, Stanford University School of Medicine, Palo Alto, California, USA; dariusm@stanford.edu
Studie: A Spectrum of Regression Following Intravitreal Bevacizumab in Retinopathy of Prematurity.
Quelle: Am J Ophthalmol. 2019 Feb;198:63-69
Web: https://doi.org/10.1016/j.ajo.2018.09.039

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