Frühes primä­res Offen­win­kel­glau­kom mit foka­len Gesichtsfeld-Defekten

RNFL-Dicke und kapilläre Perfusionsdichte beeinflussen Bewertung  

24. Dezember 2021

SINGAPUR (Bier­mann) – Eine aktu­el­le Studie hat gezeigt, dass die Beur­tei­lung von Gesichtsfeld(VF)-Defekten bei einem frühen primä­ren Offen­win­kel­glau­kom (POWG)  verbes­sert werden kann, wenn struk­tu­rel­le und vasku­lä­re Para­me­ter berück­sich­tigt werden.

Die Autoren der neuen Arbeit schlos­sen 71 Pati­en­ten (97 Augen) mit frühem POWG (VF mitt­le­re Abwei­chung [MD] ‑2,47 ± 1,64 dB) in ihre Quer­schnitts­stu­die ein.

Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te die Befun­de der OCT, OCT-Angio­gra­phie (OCTA) sowie der 24–2 VF-Tests, und berech­ne­te die kapil­lä­re Perfu­si­ons­dich­te (CPD) – nach Hinaus­fil­tern von großen Gefä­ßen – in den OCTA-Aufnahmen.

Zusätz­lich bestimm­te die Gruppe die foka­len Asso­zia­tio­nen zwischen VF-Verlus­ten an den einzel­nen VF-Test­stand­or­ten, den Befun­den der zirkum­pa­pil­lä­ren reti­na­len Nerven­fa­ser­schicht (RNFL)-Dicke und der CPD entlang des Nerven­fa­ser­ver­laufs (Nerven­fa­ser-Trajek­tori­en­mo­dell). Linea­re gemisch­te Model­le wurden verwen­det, um fokale VF-Defek­te an jedem VF-Test-Ort zu modellieren.

Das Ziel der Studie bestand darin, fokale Struk­tur-Funk­ti­ons-Bezie­hun­gen mithil­fe von RNFL-Dicken­mes­sun­gen in der OCT und Gefäß­pa­ra­me­tern in der OCTA in einer Kohor­te von Augen mit frühem POWG zu analysieren.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass die fokale VF-Model­lie­rung mithil­fe eines kombi­nier­ten RNFL-CPD-Ansat­zes zu einem media­nen, adjus­tier­ten Bestimmt­heits­maß (R2-Wert) von 0,3 (Inter­quar­tils­ab­stand [IQR] 0,13–0,55) führte, wohin­ge­gen die reinen RNFL- und CPD-Ansät­ze getrennt bei Medi­an­wer­ten von 0,22 (IQR 0,10–0,51) bzw. 0,26 (IQR 0,10–0,52) lagen. Darüber hinaus konsta­tier­ten die Glau­kom­spe­zia­lis­ten, dass 17 VF-Orte mit dem kombi­nier­ten RNFL-CPV-Ansatz einen adjus­tier­ten R2-Wert von >0,5 aufwie­sen. Des Weite­ren erga­ben Wahr­schein­lich­keits­tests an jedem VF-Test-Ort, dass der kombi­nier­te Ansatz in den oberen nasa­len VF-Regio­nen der Augen – die sehr anfäl­lig für VF-Verlus­te sind – im Vergleich zu den univa­ria­ten Ansät­zen eine signi­fi­kant besse­re Leis­tung zeigte.

(tt)

Autoren: Wong D et al.
Korrespondenz: Leopold Schmetterer; leopold.schmetterer@seri.com.sg
Studie: Combining OCT and OCTA for Focal Structure-Function Modeling in Early Primary Open-Angle Glaucoma
Quelle: Invest Ophthalmol Vis Sci 2021; Dec 1;62(15):8.
Web: dx.doi.org/10.1167/iovs.62.15.8

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