Fort­schrei­ten­de geogra­phi­sche Atro­phie bei trocke­ner AMD

Äußere Netzhautschichten stellen wichtige Surrogatparameter dar

23. August 2021

PITTSBURGH (Bier­mann) – Eine aktu­el­le Studie hat gezeigt, dass die äuße­ren Netz­haut­schich­ten, zu denen die äußere Körner­schicht (ONL) sowie die Schicht der Außen­seg­men­te der Photo­re­zep­to­ren (OSL) zählen, signi­fi­kant stär­ke­re Verän­de­run­gen der reti­na­len Dicke im Verlauf einer geogra­phi­schen Atro­phie (GA) aufwei­sen als die der inne­ren Netz­haut­schich­ten. Sie korre­lie­ren zudem höchst signi­fi­kant mit Verän­de­run­gen der Dicke des reti­na­len Pigmen­t­epi­thels (RPE).

Die Autoren der aktu­el­len Arbeit nahmen Pati­en­ten mit GA und einer Nach­be­ob­ach­tungs­zeit von ≥4 Jahren in die retro­spek­ti­ve Studie auf. Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te Bilder der reti­na­len Schich­ten, welche mithil­fe der Spec­tral-domain-OCT (SD-OCT) aufge­nom­men und entspre­chend ihrer Reflek­ti­ons­ei­gen­schaf­ten mittels eines vali­dier­ten halb­au­to­ma­ti­schen Algo­rith­mus segmen­tiert wurden.

Nach­fol­gend ermit­tel­te die Studi­en­grup­pe die Dicke der segmen­tier­ten Netz­haut­schich­ten sowie den hori­zon­ta­len Umfang der GA zum Zeit­punkt des Studi­en­be­ginns und bei der letz­ten Nach­un­ter­su­chung. Des Weite­ren führte sie eine Regres­si­ons­ana­ly­se durch, um Verän­de­run­gen der RPE-Schicht­di­cke mit den ande­ren Netz­haut­schich­ten und dem Umfang der GA zu korrelieren.

Die Forscher werte­ten 351 Linien-Scans aus, darun­ter 17 fovea­le Scans, welche die GA bei der letz­ten Kontroll­un­ter­su­chung darstell­ten, und analy­sier­ten somit 2457 Banden reti­na­ler Schichten.

Sie stell­ten fest, dass die ONL (p=0,02), die OSL (p=0,01) sowie die Schicht des RPE (p=0,01) signi­fi­kan­te Verän­de­run­gen zwischen dem Erst- und dem Abschluss­be­fund zeig­ten. Ebenso konn­ten sie anhand der Regres­si­ons­ana­ly­se nach­wei­sen, dass die Abwei­chun­gen der ONL (r=0,72; p=0,01) und der OSL (r=0,93; p<0,01) signi­fi­kant mit der Abwei­chung der RPE-Dicke korre­lier­ten, wohin­ge­gen bei den inne­ren Netz­haut­schich­ten keine signi­fi­kan­te Korre­la­ti­on bestand.

Diese Ergeb­nis­se lassen den Autoren zufol­ge die Schluss­fol­ge­rung zu, dass die verschie­de­nen Banden der äuße­ren Netz­haut­schich­ten im SD-OCT als quan­ti­ta­ti­ve Surro­gat­pa­ra­me­ter dazu beitra­gen können, die Progres­si­on einer GA besser beur­tei­len zu können.

(tt)

Autoren: Gallagher D et al.
Korrespondenz: Jay Chhablani; jay.chhablani@gmail.com
Studie: Long-term retinal changes in progressive geographic atrophy
Quelle: Eur J Ophthalmol 2021; Jul 24;11206721211035636.
Web: dx.doi.org/10.1177/11206721211035636

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.