Fort­ge­schrit­te­nes thera­pie­re­frak­tä­res Glaukom

Paul-Drainagesystem zeigt gutes Sicherheits- und Wirksamkeitsprofil

25. März 2022

SINGAPUR (Bier­mann) – Wie die Autoren einer aktu­el­len Studie berich­ten, führt das neue ventil­lo­se PAUL-Glau­kom (PGI)-Drainagesystem bei Pati­en­ten mit schwe­rem Glau­kom, bei denen eine lokale Medi­ka­ti­on nicht mehr ausreicht, zu einer anhal­ten­den Verrin­ge­rung des Augen­in­nen­dru­ckes (IOD) sowie der einge­setz­ten Antig­lau­kom­a­to­sa (AGM).

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 45 Patienten/Augen mit einem fort­ge­schrit­te­nen, thera­pie­re­frak­tä­ren Glau­kom, bei denen im Zeit­raum 1. Mai 2017 bis 30. März 2021 die Implan­ta­ti­on eines PGI-Drai­na­ge­sys­tems in einem Schwer­punkt­kran­ken­haus durch­ge­führt wurde, in ihr retro­spek­ti­ves mono­zen­tri­sches Review ein. Bei 30 Pati­en­ten (66,7%) bestand ein primä­res Glau­kom und 11 Fälle (24,4%) waren bereits  voroperiert.

Die Arbeits­grup­pe legte als primä­ren Endpunkt das Thera­pie­ver­sa­gen fest, welches sie defi­nier­te als einen IOD <6 mmHg und >18 mmHg bei 2 aufein­an­der­fol­gen­den Kontrol­len 3 Monate post­ope­ra­tiv, als einen Revi­si­ons­ein­griff aufgrund eines unkon­trol­lier­ten IOD, als eine Explan­ta­ti­on des PGI sowie als fehlen­de Licht­wahr­neh­mung (Nulla Lux). Des Weite­ren defi­nier­te die Gruppe einen voll­stän­di­gen Erfolg als ein IOD ≥6 mmHg und ≤18 mmHg ohne AGM und ohne die defi­nier­ten Krite­ri­en für ein Therapieversagen.

Die mitt­le­re Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug 24,9 ±2,0 Monate.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass 2 Jahre post­ope­ra­tiv bei 8 Augen (17,8%) ein chir­ur­gi­sches Thera­pie­ver­sa­gen vorlag, während 32 Augen (71,1%) einen voll­stän­di­gen Thera­pie­er­folg aufwie­sen. Des Weite­ren stell­ten die Glau­kom­spe­zia­lis­ten fest, dass sich der mitt­le­re IOD signi­fi­kant von 19,8±6,3 mmHG präope­ra­tiv auf 13,9±3,7 mmHg nach 24 Mona­ten verrin­ger­te (p<0,01). Ebenso konsta­tier­ten die Exper­ten, dass die mitt­le­re Anzahl an einge­setz­ten AGM von 3,2±0,8 präope­ra­tiv auf 0,29±0,65 nach 2 Jahren absank (p<0,01). An signi­fi­kan­ten Kompli­ka­tio­nen beob­ach­te­ten die Forschen­den bei 10 Pati­en­ten (22,2%) eine abge­flach­te Vorder­kam­mer, in 4 Fällen (8,9%) eine okulä­re Hypo­to­nie, die eine Inter­ven­ti­on erfor­der­te sowie bei 4 Pati­en­ten (8,9%) einen Verschluss des Drainageschlauches.

(tt)

Autoren: Tan MCJ et al.
Korrespondenz: Marcus Chun Jin Tan; marcus_cj_tan@nuhs.edu.sg
Studie: Two Year Outcomes of the Paul Glaucoma Implant for Treatment of Glaucoma
Quelle: J Glaucoma 2022; Feb 18 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1097/IJG.0000000000001998

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