Fort­ge­schrit­te­nes Plat­ten­epi­thel­kar­zi­nom der Augenoberfläche

Prädiktoren für ein Rezidiv sind prognostisch bedeutsam

16. August 2021

ROM (Bier­mann) – Das fort­ge­schrit­te­ne Plat­ten­epi­thel­kar­zi­nom der Augen­ober­flä­che (OSSC) mit Betei­li­gung der Nach­bar­ge­we­be und/oder der Orbita stellt eine aggres­si­ve Erkran­kung mit hohem Rezi­di­v­ri­si­ko dar. Die Autoren einer aktu­el­len Studie haben nun wich­ti­ge Prädik­to­ren für ein Rezi­div gefun­den, die auch die Progno­se erheb­lich beein­flus­sen können. Dazu zählen die multi­sys­te­mi­sche Meta­stasie­rung, die tumor-posi­ti­ven Exzi­si­ons­rän­der, die Loka­li­sa­ti­on im infe­rio­ren Tarsus sowie die chir­ur­gi­sche Inter­ven­ti­on ohne adju­van­te Therapie.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten in der retro­spek­ti­ven Fall­stu­die medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen zu 36 Pati­en­ten (36 Augen; Durch­schnitts­al­ter 68,2 Jahre; ausge­gli­che­nes Geschlech­ter­ver­hält­nis) mit OSSC und Einbe­zug des perio­ku­lä­ren Gewe­bes und/oder der Orbita, die zwischen Januar 2011 und Januar 2020 in einem ophthal­mo­lo­gi­schen Tumor­zen­trum in Rom (Itali­en) behan­delt wurden.

Die Arbeits­grup­pe legte als primä­re Endpunk­te das Gesamt­über­le­ben (OS), das tumor­freie Über­le­ben (DFS) und die Gesamt­re­zi­div­ra­te (RR) fest. Zu den sekun­dä­ren Endpunk­ten zähl­ten die Korre­la­tio­nen zwischen den primä­ren Endpunk­ten und der Tumor­lo­ka­li­sa­ti­on, dem Tumor­sta­di­um – gemäß dem Staging-System der Ameri­can Joint Commit­tee on Cancer Clas­si­fi­ca­ti­on (AJCC) –, den histo­lo­gi­schen Ergeb­nis­sen, den Exzi­si­ons­rän­dern sowie den Thera­pie­for­men. Die mitt­le­re Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug 40 Monate.

Die Forscher ermit­tel­ten eine RR von 64%. Des Weite­ren stell­ten sie ein OS nach 12, 24, 36 und 60 Mona­ten von 97,1%, 92,7%, 92,7% sowie 92,7% fest.

Das DFS lag nach 12, 24, 36 und 60 Mona­ten bei 62,9% bzw. 50,8% und 41,6% sowie 29,7%.

Darüber hinaus fanden die Exper­ten heraus, dass ein erhöh­tes Rezi­di­v­ri­si­ko asso­zi­iert war mit einer multi­sys­te­mi­schen Meta­stasie­rung (p=0,0039), einer Tumor­lo­ka­li­sa­ti­on im infe­rio­ren Tarsus (p=0,0428), einem histo­lo­gisch nach­ge­wie­se­nen Hoch-Risiko-OSSC (p=0,0264), einem tumor­po­si­ti­ven Exzi­si­ons­rand (p=0,0434) sowie einer allei­ni­gen Exzi­si­ons­bi­op­sie (p=0,0005), welche zusätz­lich mit einem kürze­ren OS verbun­den war (p=0,0049).

(tt)

Autoren: Savino G et al.
Korrespondenz: Martina Maceroni; maceronimartina@gmail.com
Studie: Advanced ocular surface squamous cell carcinoma (OSSC): long-term follow-up
Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 2021; Jul 20 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1007/s00417-021-05264-3

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