Fort­ge­schrit­te­ne trocke­ne Makuladegeneration

Photovoltaisches subretinales Implantat kann zur visuellen Rehabilitation führen

24. Februar 2022

STANFORD (Bier­mann) – Die atro­phi­sche AMD führt zu einem allmäh­li­chen Verlust der zentra­len Photo­re­zep­to­ren, während die Neuro­ne der inne­ren Netz­haut­schich­ten weit­ge­hend intakt blei­ben. Die Autoren einer aktu­el­len Studie haben nun gezeigt, dass ein photo­vol­ta­i­sches Netz­haut­im­plan­tat Licht in elek­tri­schen Strom trans­for­miert und die über­le­ben­den sekun­dä­ren Neuro­nen stimu­liert. Somit kann das Sehver­mö­gen im Zentral­s­ko­tom wieder­her­ge­stellt werden. Dies ermög­licht die gleich­zei­ti­ge Nutzung des chip­be­ding­ten zentra­len und des peri­phe­ren natür­li­chen Sehens.

Die Wissen­schaft­ler stell­ten im Rahmen ihrer Open-Label-Mach­bar­keits­stu­die einen im Studi­en­pro­to­koll vorge­ge­be­nen Zwischen­be­richt zu den ersten klini­schen Ergeb­nis­sen mit der Netz­haut­pro­the­se vor.

Die Arbeits­grup­pe schloss 5 Pati­en­ten mit geogra­phi­scher Atro­phie in die Studie ein, bei denen ein draht­lo­ser, 2x2 mm großer und 30 µm dicker Netz­haut­chip mit 378 Pixeln von 100 µm Breite subre­ti­nal implan­tiert wurde. Die Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug 18 bis 24 Monate.

Die Forschen­den legten als primä­ren Endpunkt die prothe­ti­sche visu­el­le Wahr­neh­mung im vorma­li­gen Skotom­be­reich fest. Dieses Ergeb­nis erreich­ten alle 5 Patienten.

Der sekun­dä­re Endpunkt umfass­te eine Landolt-Sehschär­fe von 1,17±0,13 Pixel (Snel­len-Skala 20/260 bis 20/565). Dieses Resul­tat erreich­ten 4 Pati­en­ten, bei denen die Prothe­se subre­ti­nal lag. Bei 1 Pati­en­ten lag das Implan­tat depla­ziert intrachoroidal.

Darüber hinaus beob­ach­te­ten die Reti­no­lo­gen, dass die Pati­en­ten mit einer bis zu 8‑fachen elek­tro­ni­schen Vergrö­ße­rung eine prothe­ti­sche Sehschär­fe im Bereich 20/63 bis 20/98 (Snel­len-Skala; dezi­mal 0,2–0,3) erlang­ten. Des Weite­ren konsta­tier­ten die Exper­ten, dass die Pati­en­ten unter Raum­licht­be­din­gun­gen gleich­zei­tig das künst­li­che zentra­le Sehen und ihr verblei­ben­des peri­phe­res Sehen im implan­tier­ten Auge, ebenso wie das peri­phe­re Sehen im Part­ner­au­ge nutzten.

Die Autoren resü­mie­ren, dass die Ergeb­nis­se der Zwischen­ana­ly­se die Sicher­heit und Stabi­li­tät des Netz­haut­im­plan­tats über einen Zeit­raum von 18 bis 24 Mona­ten bestätigen.

(tt)

Autoren: Palanker D et al.
Korrespondenz: Daniel Palanker; palanker@stanford.edu
Studie: Simultaneous perception of prosthetic and natural vision in AMD patients
Quelle: Nat Commun 2022; Jan 26;13(1):513.
Web: dx.doi.org/10.1038/s41467-022-28125-x

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