Fort­ge­schrit­te­ne bullö­se Keratopathie

Beeinflusst die Dicke des Transplantats bei DSAEK den postoperativen Visus?

12. November 2019

THIONVILLE/METZ (Bier­mann) In einer prospek­ti­ven Studie wurden141 mittels DSAEK (Desce­met strip­ping auto­ma­ted endo­the­li­al kera­to­plas­ty) behan­del­te Augen mit fort­ge­schrit­te­ner pseu­do­pha­ker bullö­ser Kera­topa­thie für sechs Monate post­ope­ra­tiv nachbeobachtet.

Nach sechs Mona­ten korre­lier­te der best­kor­ri­gier­te Visus zumin­dest leicht mit der aktu­el­len Dicke des Trans­plan­tats (r=0,14, P=0,01), nicht aber mit der präope­ra­ti­ven Dicke des Trans­plan­tats (r = 0,01, P = 0,93). Ein besse­rer best­kor­ri­gier­ter Visus konnte post­ope­ra­tiv somit zwar bei dünne­ren Trans­plan­ta­ten gemes­sen werden (P < 0,01), war aber nicht asso­zi­iert mit der präope­ra­ti­ven Trans­plan­tat­di­cke (P=0,80). Die Autoren der Studie kamen daher zu der Annah­me, dass ein besse­rer post­ope­ra­ti­ver Visus verbun­den sein könnte mit einer Abnah­me der Trans­plan­tat­di­cke nach DSAEK, ein bereits präope­ra­tiv dünne­res Trans­plan­tat aber vermut­lich keinen Vorteil biete. Die Abnah­me der Trans­plan­tat­di­cke könnte unter Umstän­den auf ein gesun­des Endo­thel zurück­zu­füh­ren sein, so die Vermu­tung.  Die DSAEK sei grund­sätz­lich eine gute Option zur Versor­gung einer fort­ge­schrit­te­nen bullö­sen Kera­topa­thie, habe aber ein eher gerin­ges Visus­po­ten­ti­al. Aus diesem Grund könne von Fall zu Fall eine perfo­rie­ren­de Kera­to­plas­tik indi­ziert sein – insbe­son­de­re dann, wenn die betrof­fe­nen Pati­en­ten auf eine gute Visus­ent­wick­lung ange­wie­sen seien.

(ak)

Autoren: Perone JM et al.
Korrespondenz: jm.perone@chr-metz-thionville.fr
Studie: Does Preoperative or Postoperative Graft Thickness Influence Postoperative Visual Acuity in Descemet Stripping Automated Endothelial Keratoplasty for Advanced Pseudophakic Bullous Keratopathy?
Quelle: Cornea 2019 Nov;38(11):1358–1363.
Web: https://doi.org/10.1097/ICO.0000000000002111

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