Fluo­ci­no­lon-Implan­tat bei chro­ni­scher nicht infek­tiö­ser Uvei­tis posterior

Tensiokontrollen sollten regelmäßig erfolgen

16. August 2021

SAN ANTONIO (Bier­mann) – Das intra­vit­re­al appli­zier­te Fluo­ci­no­lo­na­ce­tonid-Implan­tat (FAi) setzt Corti­cos­te­ro­id mit einer konstan­ten Rate über einen Zeit­raum von etwa 36 Mona­ten frei und kann so einen länger­fris­ti­gen Inflamma­ti­ons­schutz gegen­über den herkömm­li­chen Corti­cos­te­ro­iden bei poste­rio­rer Uvei­tis bewir­ken. Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass ein erhöh­ter Augen­in­nen­druck (IOD) zu jedem Zeit­punkt der 36-mona­ti­gen Frei­set­zung des Wirk­stof­fes auftre­ten kann.

Die Autoren beto­nen aus diesem Grunde die Notwen­dig­keit einer regel­mä­ßi­gen ophthal­mo­lo­gi­schen Kontrol­le, da der IOD erfolg­reich mit den gängi­gen antig­lau­kom­a­tö­sen Inter­ven­tio­nen gesenkt werden kann.

Die Wissen­schaft­ler führ­ten eine Post-hoc-Unter­grup­pen­ana­ly­se mit Daten zu 129 Pati­en­ten mit nicht infek­tiö­ser poste­rio­rer Uvei­tis aus einer rando­mi­sier­ten, prospek­ti­ven, doppel-verblin­de­ten, place­bo­kon­trol­lier­ten, 3‑jährigen klini­schen Phase-III-Studie durch. Die Pati­en­ten erhiel­ten rando­mi­siert entwe­der ein intra­vit­rea­les Implan­tat mit 0,18 mg Fluo­ci­no­lo­na­ce­tonid (87 Augen) oder eine Place­bo-Injek­ti­on (42 Augen).

Das Ziel der Post-hoc-Analy­se bestand darin, die Anzahl der Augen mit einem IOD von ≥30 mmHg zu verschie­de­nen Zeit­punk­ten der 3‑jährigen Verlaufs­kon­trol­le zu identifizieren.

Die Forscher ermit­tel­ten bei 15 der 87 Augen (17,2%) aus der FAi-Gruppe einen IOD ≥30 mmHg.

Der durch­schnitt­li­che Zeit­raum bis zur Senkung des IOD betrug 241 Tage. Die Exper­ten teil­ten den Beginn der IOD-Erhö­hung in folgen­de 4 Zeit­fens­ter auf: nach <1 Monat bei 33% der Augen, nach 3–6 Mona­ten in 33% der Fälle, nach 6–18 Mona­ten bei 26,7% der Augen sowie nach >18 Mona­ten in 6,7% der Fälle.

Des Weite­ren stell­ten die Wissen­schaft­ler fest, dass der erhöh­te IOD in 10 Fällen medi­ka­men­tös kontrol­liert werden konnte und bei 5 Augen eine chir­ur­gi­sche Inter­ven­ti­on erfor­der­lich war. Die Gesichts­feld­ana­ly­sen zeig­ten keine signi­fi­kan­te Verän­de­rung der mitt­le­ren Abwei­chung (mean devia­ti­on) im Vergleich zu den unbe­han­del­ten Part­ner­au­gen (p>0,05).

(tt)

Autoren: Singer MA et al.
Korrespondenz: Michael Singer; msinger11@me.com
Studie: IOP Elevation in Patients Treated With Fluocinolone Acetonide Insert for Chronic Noninfectious Uveitis Affecting the Posterior Segment
Quelle: Ophthalmic Surg Lasers Imaging Retina 2021; Jul;52(7):387-390.
Web: dx.doi.org/10.3928/23258160-20210628-05

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