Filter­kis­sen­mor­pho­lo­gie nach Trabekulektomie

Beurteilung mittels Smartphone-Fotografie

2. November 2020

CHANDIGARH (Bier­mann) – Lässt sich nach einer Trabe­ku­lek­to­mie die Filter­kis­sen­mor­pho­lo­gie auch tele­me­di­zi­nisch bzw. mit Bildern beur­tei­len, die mit Smart­pho­ne-Kame­ras aufge­nom­men worden sind? Laut einer aktu­el­len Studie ist dies durch­aus möglich.
Bishe­ri­ge Bewer­tungs­sys­te­me bedien­ten sich stan­dar­di­sier­ter Spalt­lam­pen­fo­tos und des Einsat­zes von bild­ge­ben­den Gerä­ten für das Vorder­seg­ment. Ein Problem ergibt sich aber damit in Situa­tio­nen mit fehlen­den entspre­chen­den Ressourcen.

Die sich rasch entwi­ckeln­de Nutzung der Smart­pho­ne-Foto­gra­fie hat die Diagnos­tik von Erkran­kun­gen des hinte­ren Segments erheb­lich verbes­sert und wird nun zuneh­mend zur Über­wa­chung von Patho­lo­gien des vorde­ren Segments sowie für die Beur­tei­lung des post­ope­ra­ti­ven Verlau­fes einge­setzt. In einer kürz­lich publi­zier­ten Studie unter­such­ten deren Autoren eine neuar­ti­ge Verwen­dung von Smart­pho­nes für die Foto­gra­fie von Filter­kis­sen zur Bewer­tung der morpho­lo­gi­schen Eigen­schaf­ten wie Vasku­la­ri­tät und Mikrozysten.
In der beob­ach­ten­den Pilot­stu­die vergli­chen die Forscher Aufnah­men von Filter­kis­sen nach Trabe­ku­lek­to­mie von 5 Proban­den. Die Aufnah­men waren mit dem iPhone X (Doppel­lin­se) und dem iPhone 6S (Einzel­lin­se) aufge­nom­men wurden. Begut­ach­tet wurden 2 Bilder­sät­ze mit beiden Smart­pho­nes: aufge­nom­men zuerst mit einem fokus­sier­ten Taschen­lam­pen­licht und dann mit einem einge­bau­ten Video-Blitzlicht.

Die aus dem neue­ren iPhone X stam­men­den Bilder waren wesent­lich besser als die mit dem iPhone 6S aufge­nom­me­nen, berich­ten die Autoren. Bei der 12-Mega­pi­xel-Dual-Kamera-Konfi­gu­ra­ti­on auf dem iPhone X ergab das 1×-Objektiv besse­re Bilder als das 2×-Objektiv mit Kontrast und Gesamt­klar­heit des Berei­ches von Inter­es­se. Während der Makro­ob­jek­tiv­auf­satz bei 1×-Zoom viel­ver­spre­chen­de Ergeb­nis­se erziel­te, gab es keinen zusätz­li­chen Vorteil des Makro­ob­jek­tiv­auf­sat­zes, da er zu einem erheb­li­chen Verlust der Bild­qua­li­tät bei doppel­tem Zoom führte. Die Verwen­dung eines 20-D-Objek­tivs trug zu einer stär­ke­ren Vergrö­ße­rung und einem besse­ren Framing bei, da die Fokus­sier­ent­fer­nung für schar­fe Bilder verrin­gert wurde. Die mit beiden Smart­pho­nes gewon­ne­nen Bilder waren von höhe­rer Quali­tät, wenn eine exter­ne Quelle zur Beleuch­tung einge­setzt wurde, vergli­chen mit dem nati­ven iPhone-Blitz, da die Belich­tung gleich­mä­ßi­ger war und die Aufnah­men weni­ger Auto­fo­kus-Arte­fak­te aufwiesen.

Die Analy­sen aller Bild­sät­ze zeig­ten , dass die inte­grier­te Kamera-App der aktu­el­len Genera­ti­on unter IOS und neue­ren iPhone-Kame­ra­op­ti­ken zu quali­ta­tiv hoch­wer­ti­gen Bildern der Augen­ober­flä­che mit hoher Vergrö­ße­rung ohne Verlust an Klar­heit führte

(ac)

Autoren: Kalra G et al.
Korrespondenz: Parul Ichhpujani; itsdrparul@gmail.com
Studie: A pilot study for smartphone photography to assess bleb morphology and vasculature post-trabeculectomy
Quelle: Int Ophthalmol 2020;1-8.
Web: dx.doi.org/10.1007/s10792-020-01598-9 

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