Fall­se­rie

Endotheliitis als seltenes Symptom bei Akanthamöben-Keratitis

24. Mai 2021

NOTTINGHAM (Bier­mann) – Briti­sche Ophthal­mo­lo­gen berich­ten über vier Fälle von Pati­en­ten mit kontakt­lin­sen­as­so­zi­ier­ter Akan­tamö­ben-Kera­ti­tis, die sich mit Schmer­zen, rotem Auge und Visus­min­de­rung vorstellten.
In der klini­schen Unter­su­chung zeig­ten diese Pati­en­ten als Haupt­sym­ptom eine Endo­the­lii­tis mit loka­li­sier­tem fusi­for­mem Stroma­ö­dem, korre­spon­die­ren­den Horn­haut­prä­zi­pi­ta­ten, Vorder­kam­mer­reiz­zu­stand und gerin­gen epithe­lia­len und stroma­len Verän­de­run­gen. Klas­si­sche Zeichen einer Akant­hamö­ben-Kera­ti­tis stell­ten sich in diesen Fällen aller­dings nicht dar.

Die Proben aus Horn­haut­ab­ra­daten waren nega­tiv. In einem Fall gelang der Akant­hamö­ben-Nach­weis mittels PCR, in einem ande­ren Fall zeigte die konfo­ka­le Mikro­sko­pie doppel­wan­di­ge Zysten. In allen Fällen konnte mit der Stan­dard-Medi­ka­ti­on gegen Akant­hamö­ben eine Befund­ver­bes­se­rung erreicht werden. In drei Fällen fand sich nach sieben Wochen ledig­lich eine gerin­ge Narbe im ante­rio­ren Horn­haut­stroma. Ein Pati­ent wurde vor Diagno­se­stel­lung mit Stero­iden behan­delt und wies einen prolon­gier­ten Erkran­kungs­ver­lauf auf, bei dem erst nach vier Mona­ten eine komplet­te Abhei­lung erreicht werden konnte.

Bei Kontakt­lin­sen­trä­gern mit schmerz­haf­ter Endo­the­lii­tis müsse auch ohne klas­si­sche Sympto­me an eine Akant­hamö­ben-Kera­ti­tis gedacht werden, so die Autoren.
(ak)

Autoren: Lakhani BK et al.
Korrespondenz: bansrilakhani11@gmail.com
Studie: Endotheliitis-A Presentation of Acanthamoeba Keratitis
Quelle: Cornea. 2021 Jun 1;40(6):769-773.
Web: https://doi.org/10.1097/ICO.0000000000002491

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