Euro­päi­sche Analyse

Rhegmatogene Netzhautablösung nach intravitrealer Injektion

10. Juli 2021

ULM (Bier­mann) – Da die Zahl der intra­vit­rea­len Injek­tio­nen (IVI) jähr­lich zunimmt, unter­such­te eine Arbeits­grup­pe aus Deutsch­land und Itali­en die anato­mi­schen und funk­tio­nel­len Ergeb­nis­se nach einer rheg­ma­to­ge­nen Netz­haut­ab­lö­sung bei IVI-asso­zi­ier­ter rheg­ma­to­ge­ner Netz­haut­ab­lö­sung (IVARD). Das anato­mi­sche Ergeb­nis, so ihr Resü­mee, erschei­ne nach einem chir­ur­gi­schen Eingriff akzep­ta­bel, das endgül­ti­ge visu­el­le Ergeb­nis bleibe jedoch aufgrund der zugrun­de liegen­den Maku­la­er­kran­kung eher schlecht.

Die Unter­su­chung wurde an zwei euro­päi­schen Zentren, der Augen­kli­nik der LMU München und der Uni-Augen­kli­nik Luigi Sacco in Mailand, durch­ge­führt. Alle nicht vitrek­to­mier­ten Augen, die dort seit 2007 an IVARD erkrank­ten, wurden einge­schlos­sen. Haupt­er­geb­nis­se waren die Rate anlie­gen­der Netz­haut nach der Opera­ti­on, die Rate der proli­fe­ra­ti­ven Vitre­o­re­ti­no­pa­thie (PVR) und das finale funk­tio­nel­le Ergeb­nis. Für ein Zentrum wurden die 10-Jahres-Inzi­denz­ra­ten pro Injek­ti­on berechnet.

Die Studie umfass­te 52 Augen von 52 Pati­en­ten. Die primä­re anato­mi­sche Erfolgs­ra­te betrug 83% (n=43) und die sekun­dä­re 96% (n=50). Eine proli­fe­ra­ti­ve Vitre­o­re­ti­no­pa­thie wurde bei allen uvei­ti­schen Augen (n=3), bei Augen mit post­ope­ra­ti­vem zysto­iden Maku­la­ö­dem (n=2) und bei 8 von 9 Augen, die ein Dexa­me­tha­son-Implan­tat erhiel­ten, beob­ach­tet. Das Alter, die Anzahl der vorhe­ri­gen Injek­tio­nen, die Dauer der Sympto­me oder die Zeit zwischen der letz­ten intra­vit­rea­len Injek­ti­on und einer rheg­ma­to­ge­nen Netz­haut­ab­lö­sung zeig­ten keine statis­tisch signi­fi­kan­ten Unter­schie­de in Bezug auf das Vorlie­gen einer proli­fe­ra­ti­ven Vitre­o­re­ti­no­pa­thie oder nicht. Der mitt­le­re best­kor­ri­gier­te Visus verbes­ser­te sich in 28 Fällen, blieb in 16 Fällen stabil und verschlech­ter­te sich in 8 Fällen. Die Inzi­denz­ra­te der rheg­ma­to­ge­nen Netz­haut­ab­lö­sung war bei Dexa­me­tha­son und Ocri­plas­min statis­tisch signi­fi­kant höher als bei Anti-VEGF-Antikörpern.

(isch)

Autoren: Vounotrypidis E et al.
Korrespondenz: Armin Wolf; wolfarmin@yahoo.com
Studie: Intravitreal injection associated rhegmatogenous retinal detachment: outcomes of a European analysis
Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 2021 Jul 3.
Web: https://doi.org/10.1007/s00417-021-05261-6

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