Ernäh­rungs­fak­to­ren und Myopie

Analyse von US-Daten zum Gesundheits- und Ernährungszustand

25. Mai 2021

BERKELEY (Bier­mann) – Der derzei­ti­ge rapide Anstieg der Myopie­prä­va­lenz deutet auf Umwelt­ein­flüs­se und Ernäh­rungs­fak­to­ren als Teil­ur­sa­chen hin.  Die Autoren einer aktu­el­len Studie haben heraus­ge­fun­den, dass bei nur weni­gen – in der Studie analy­sier­ten – ernäh­rungs­be­zo­ge­nen Fakto­ren, einschließ­lich der Körper­me­trik, ein Zusam­men­hang mit dem Vorhan­den­sein und dem Ausmaß der Myopie besteht.

Die Wissen­schaft­ler extra­hier­ten aus Quer­schnitts­un­ter­su­chun­gen Daten zur Sehschär­fe sowie demo­gra­fi­sche Infor­ma­tio­nen, Daten zur Körper­me­trik sowie Ernäh­rungs­in­for­ma­tio­nen zu 6855 US-Ameri­ka­nern unter­schied­li­cher Ethni­en (Alter: 12–25 Jahre), die im Rahmen der natio­na­len Erhe­bung zum Gesund­heits­sta­tus und Ernäh­rungs­zu­stand in den Jahren 2003–2008 gesam­melt worden waren.

Basie­rend auf bereits veröf­fent­lich­te, Grund­la­gen- sowie epide­mio­lo­gi­schen Studi­en wählte die Arbeits­grup­pe folgen­de Para­me­ter für die Studie aus: Körper­grö­ße, Body-Mass-Index, demo­gra­fi­sche Daten, Labor­wer­te über Vitamin-D-Werte im Serum, Gluko­se-/Insu­lin­spie­gel sowie Koffe­in­kon­sum. Sie analy­sier­ten die Para­me­ter mithil­fe multi­va­ria­bler Model­le und legten als Haupt­end­punkt den objek­tiv gemes­se­nen Refrak­ti­ons­feh­ler fest.

Die Exper­ten ermit­tel­ten unter Verwen­dung multi­va­ria­ter Analy­se­me­tho­den, dass das weib­li­che Geschlecht und das Alter die am stärks­ten signi­fi­kan­ten Fakto­ren im Zusam­men­hang mit dem Myopie­sta­tus und dem Refrak­ti­ons­feh­ler darstell­ten. Ebenso bestand eine Asso­zia­ti­on zwischen der Körper­me­trik (Body-Mass-Index) oder den Ernäh­rungs­fak­to­ren (Vitamin D im Serum, Gluko­se­spie­gel und Koffe­in­kon­sum) und den Refrak­ti­ons­feh­lern oder dem Myopie­sta­tus. Zusätz­lich zeigte sich eine Verbin­dung zwischen erhöh­tem Insu­lin­spie­gel und der Wahr­schein­lich­keit eine Myopie zu entwickeln.

Die Autoren resü­mie­ren, dass die weit­ge­hend nega­ti­ven Ergeb­nis­se darauf hindeu­ten, dass andere Umwelt­fak­to­ren – wie solche, die sich auf die visu­el­le Umge­bung bezie­hen – stär­ker zur Entwick­lung und/oder Progres­si­on der Myopie beitra­gen könn­ten. Weite­re Studi­en seien erfor­der­lich, um ein stär­ker evidenz­ba­sier­tes klini­sches Manage­ment bei der Myopie zu entwickeln.

(tt)

Autoren: Harb EN et al.
Korrespondenz: Elise N. Harb; harbe@berkeley.edu
Studie: Nutritional Factors and Myopia: An Analysis of National Health and Nutrition Examination Survey Data
Quelle: Optom Vis Sci 2021; May 7 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1097/OPX.0000000000001694

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