Erblin­dung

Risiko ist bei Engwinkel- höher als bei Weitwinkelglaukom

2. November 2021

CHENNAI (Bier­mann) – Die Autoren einer aktu­el­len Studie aus Indien haben die Rate an Erblin­dung bei Pati­en­ten mit primä­rem Engwin­kel (PACG)- im Vergleich zum primä­ren Weit­win­kel­glau­kom (POAG) in einem Zeit­raum von 20 Jahren unter­sucht. Dabei zeigte sich, dass das Risiko für eine Erblin­dung beim PACG erheb­lich höher als beim POAG ist.

Im Rahmen ihres Reviews führ­ten die Wissen­schaft­ler eine syste­ma­ti­sche Lite­ra­tur­re­cher­che in PubMed zu Arti­keln in engli­scher Spra­che für die Jahre 2000 bis 2020 durch, in denen die Präva­lenz von PACG sowie POAG bei Pati­en­ten unter­schied­li­cher Ethni­en unter­sucht wurde.

Die Arbeits­grup­pe nahm die jewei­li­ge Studie in die Analy­se auf, wenn sie bevöl­ke­rungs­be­zo­gen war, Präva­lenz- und Erblin­dungs­ra­ten sowohl zu PACG als auch zu POAG in dersel­ben Kohor­te veröf­fent­licht wurden und die Defi­ni­ti­on des Glau­koms den Krite­ri­en der Inter­na­tio­nal Socie­ty for Geogra­phic and Epide­mio­lo­gic Ophthal­mo­lo­gy (ISGEO) entsprach. Nach­fol­gend berech­ne­te die Gruppe den Anteil an Erblin­dung bei PACG und bei POAG für jede Studie sowie den kumu­la­ti­ven Anteil aller Studien.

Die Forscher nahmen 23 Studi­en mit 78.434 Teil­neh­mern in die Meta­ana­ly­se auf. Bei 1702 Perso­nen, von denen 151 Pati­en­ten (8,9%) erblin­det waren, bestand ein POAG. Bei 724 Perso­nen bestand ein PACG; von diesen Pati­en­ten waren 196 (27,0%) erblindet.

Des Weite­ren stell­ten die Glau­kom­spe­zia­lis­ten fest, dass das rela­ti­ve Risiko für Erblin­dung zwischen den Studi­en vom POAG bis zum PACG von 0,73 bis 10,6 variierte.

Das kumu­la­ti­ve rela­ti­ve Risiko lag bei 2,39 (95%-KI 1,99–2,87).

Darüber hinaus beob­ach­te­ten die Exper­ten, dass das rela­ti­ve Risiko bei Studi­en, in denen die Ausfäl­le im Gesichts­feld für die Defi­ni­ti­on eines Glau­koms berück­sich­tigt wurden, den Studi­en ohne diese Berück­sich­ti­gung in etwa entsprach (1,92 vs. 2,64; p=0,11). Ebenso ähnel­te sich das rela­ti­ve Risiko in etwa zwischen den Studi­en, in denen ein PACG als Einengung des Kammer­win­kels in ≥2 anstatt ≥3 Quadran­ten mit irido­tra­be­ku­lä­rem Kontakt defi­niert wurde (RR 2,79 vs. 2,25).

(tt)

Autoren: George R et al.
Korrespondenz: Ronnie George; drrg@snmail.org
Studie: Blindness in glaucoma: primary open-angle glaucoma versus primary angle-closure glaucoma-a meta-analysis
Quelle: Eye (Lond) 2021; Oct 13 (online ahead of print)
Web: dx. doi.org/10.1038/s41433-021-01802-9

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