Epire­ti­na­le Membran

Messung der Lesefähigkeit zur Beurteilung eines operativen Eingriffs

13. März 2020

KYOTO (Bier­mann) – Die chir­ur­gi­sche Entfer­nung einer epire­ti­na­len Membran (ERM) verbes­sert die Lese­fä­hig­keit, auch wenn sich der best­kor­ri­gier­te Visus (BCVA) nicht verbes­sert. Um die chir­ur­gi­sche Entfer­nung einer ERM zu bewer­ten, scheint daher die Messung der Lese­leis­tung neben der Sehschär­fe ein hilf­rei­cher Test zu sein.

Die in Japan durch­ge­führ­te prospek­ti­ve Beob­ach­tungs­stu­die umfass­te 42 Augen von 40 Pati­en­ten mit idio­pa­thi­scher ERM. Der BCVA, die Lese­fä­hig­keit und der Meta­mor­ph­op­sie-Score wurden zu Studi­en­be­ginn sowie 3, 6 und 12 Monate nach der Opera­ti­on bewer­tet. Als Outco­me-Para­me­ter wurde die Lese­fä­hig­keit jedes Pati­en­ten mit der japa­ni­schen Versi­on des Minne­so­ta Reading Acuity Chart (MNREAD‑J) unter­sucht, um den Lese­vi­sus (RA), die Criti­cal Print Size (CPS) und die maxi­ma­le Lese­ge­schwin­dig­keit (MRS) zu bestimmen.

Eine Diffe­renz von 0,2 logMAR oder mehr wird übli­cher­wei­se als signi­fi­kan­te Ände­rung der BCVA betrach­tet. Daher hat die Arbeits­grup­pe als Subgrup­pen­ana­ly­se zusätz­lich den BCVA und die Lese­fä­hig­keit jener Pati­en­ten mit einem BCVA-Unter­schied von 0,1 logMAR oder weni­ger zwischen dem Ausgangs­wert und 12 Monate nach der Opera­ti­on bewertet.

Im Vergleich zu den Werten zu Studi­en­be­ginn zeig­ten die Proban­den während des Unter­su­chungs­zeit­raums nach der Opera­ti­on einen signi­fi­kant verbes­ser­ten BCVA, RA und CPS (p<0,001) und 12 Monate nach der Opera­ti­on eine signi­fi­kant verbes­ser­te MRS (p=0,04). Während des post­ope­ra­ti­ven Follow-ups stell­te die Arbeits­grup­pe bei den Pati­en­ten keine signi­fi­kan­te Ände­rung im verti­ka­len Meta­mor­ph­op­sie-Scores fest. Im Vergleich zum Ausgangs­wert wurden jedoch 3, 6 (p<0,05) und 12 Monate (p<0,001) nach der Opera­ti­on signi­fi­kan­te Verbes­se­run­gen im hori­zon­ta­len Meta­mor­ph­op­sie-Scores beobachtet.

In der Subgrup­pen­ana­ly­se der 23 Augen, die eine BCVA-Verbes­se­rung von 0,1 logMAR oder weni­ger zeig­ten, änder­te sich der mitt­le­re BCVA nicht, aber der mitt­le­re RA und CPS verbes­ser­ten sich um 0,2 logMAR.

(isch)

Autoren: Mieno H et al.
Korrespondenz: Kentaro Kojima; kenkojim@koto.kpu-m.ac.jp
Studie: Evaluation of pre- and post-surgery reading ability in patients with epiretinal membrane: a prospective observational study
Quelle: BMC Ophthalmol 2020;20(1):95.
Web: https://doi.org/10.1186/s12886-020-01364-6

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